Andernach. Der Stadtgraben ist um eine Attraktion reicher. Denn jetzt wurde ein „Offener Bücherschrank“ direkt am Boule-Platz von Oberbürgermeister Achim Hütten, Bürgermeister Claus Peitz und Kommunalbetreuer Michael Dötsch von RWE Deutschland eröffnet. Die RWE sponsert diesen Schrank.
Die Grundidee des RWE Bücherschranks ist ebenso simpel wie genial: Jeder Bürger kann in den Schrank Bücher hineinstellen oder herausnehmen, sie tauschen oder behalten - ohne jegliche Formalitäten, rund um die Uhr, an jedem Tag im Jahr. Da der Bücherschrank auf einem öffentlichen Platz steht, ist er jedem Bürger zugänglich.
Bücherschränke gibt es bereits in einigen deutschen Städten, der in Andernach ist aber der erste in der Region. Sie verbinden und füllen öffentliche Plätze mit Leben. Sie bieten einen Treffpunkt und führen Menschen zum Dialog zusammen. Ob Roman, Krimi, Fach- oder Jugendliteratur – im Bücherschrank finden ausgelesene Bücher ein neues Zuhause und damit natürlich auch neue Leser. Damit sind die Schränke eine Art Minibibliothek mitten in der City.
Damit das System des RWE Bücherschranks funktioniert, sollten alle Interessierten Bücher, die sie bereits gelesen haben und nicht mehr benötigen, dort einstellen. Im Gegenzug können sie sich natürlich dort bedienen und sich Literatur heraus- oder mitnehmen, die sie noch nicht kennen. Bücherpaten, in diesem Fall der Andernacher Kulturausschuss, schauen dort regelmäßig nach dem Rechten. Die Mitglieder achten darauf, dass keine Bücher mit anstößigem Inhalt eingestellt werden. Auch kümmern sie sich um die Pflege des robusten und absolut wetterfesten Schranks, der aus speziellem Stahl und Sicherheitsglas besteht. Der Bücherschrank ist 2,20 Meter hoch und 60 Zentimeter breit. Damit bietet er Platz für ungefähr 250 Bücher. Er steht auf einem festen Betonfundament. Der RWE Bücherschrank wird durch seine Stabilität und Wetterfestigkeit den ganz besonderen Anforderungen eines Stadtmöbels gerecht. Er wurde von dem Architekten Hans Jürgen Greve entwickelt.
„Ein offener Bücherschrank, jederzeit zugänglich, mit Literatur für jedermann - das ist eine tolle Idee“, sagte Oberbürgermeister Achim Hütten. „Der Bücherschrank ist ganz klar eine Bereicherung für unsere Stadt. Ich wünsche mir, dass die Andernacher Bürgerinnen und Bürger regen Gebrauch von diesem Angebot machen“, ergänzte Bürgermeister Claus Peitz. Gemeinsam mit der Kommune trägt RWE so zur Entwicklung und Aufrechterhaltung der kulturellen Infrastruktur bei.“
Infos rund um den Bücherschrank gibt es beim Kulturpunkt, Ansprechpartnerin Charlotte Everling, Telefon 02632/922107.
Willi & Ernst
"Rentner aus Leidenschaft"
am 26. Mai 2012 ; 19:30 Uhr
Nachdem die beiden Berufsrentner Willi & Ernst das Publikum bei der BUGA und im Karneval mit ihrem Charme bezaubert haben, werden sie nun ihre Stammkneipe verlassen um auf der „MS Namedy“ das Rheintal zu erkunden und mit ihrem aktuellen Programm „Rentner aus Leidenschaft“ ein Comedy-Highlight nach Andernach zu bringen.
Tickets erhalten Sie für 25,- € pro Person bei der Tourist-Information Andernach.net im Geysir Erlebniszentrum, Konrad-Adenauer-Allee 40 in Andernach oder telefonisch unter 02632 / 9879840.
Andernach. Das historisch wertvollste Eingangsportal der Stadtmauer strahlt im neuen Glanz. Nach sechs Monate dauernden Sanierungsarbeiten konnte das Koblenzer Tor während eines offiziellen Festakts jetzt wiedereröffnet werden.
Jahrhunderte lang hat der Zahn der Zeit an dem Koblenzer Tor genagt. Durch seine teilweise Zerstörung im Pfälzer Erbfolgekrieg 1689 waren die Wandoberflächen den Witterungseinflüssen wie Regen, Schnee, Frost und Luftverschmutzung recht schutzlos ausgesetzt. Dies hat über die Jahrhunderte hinweg zu starken Verwitterungen geführt. Nachdem sich während der vergangenen Jahre immer wieder große Gesteinsbrocken und Abdeckungen aus der Mauerkrone und den Wänden gelöst hatten, wurde eine Sanierung unumgänglich.
Vor allem die oberen Deckflächen der Mauerwerkskronen mussten dringend instand gesetzt werden, weil von dort aus Wasser ins Mauerwerk fließen konnte. Deshalb wurden wasserführende Abdeckschichten mit Wasserspeiern hergestellt. Durch sie können Regen- und sonstiges Wasser kontrolliert abgeleitet werden. Die Kanten der Mauerwerkskronen erhielten teilweise Bleiabdeckungen. Außerdem haben die Handwerker die seitlichen Wandflächen von Bewuchs befreit, die zersetzten Fugen freigestemmt und im so genannten Trockenspritzverfahren neu ausgefugt. Die Basaltgewände wurden in den Fugen überarbeitet und die Basalt-Hohlstellen verklebt.
Insgesamt mussten für die Sanierungsarbeiten etwa 260 000 Euro aufgebracht werden, 140 000 Euro weniger als in der ersten Kostenschätzung. „Damit konnte ein bedeutsames Denkmalobjekt mit hohem Aufwand bewahrt und trotzdem eine wirtschaftliche Sanierung gewährleistet werden“, betonte Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten während der feierlichen Wiedereröffnung des Koblenzer Tors im Schwesternwohnheim. Anschließend stellte Museumsleiter Dr. Klaus Schäfer in seinem Einführungsvortrag „Das Koblenzer Tor und seine Geschichte“ vor. Danach berichtete Architekt Egon Schäfer über „Die Restaurierung des Koblenzer Tores“. Nach einem Grußwort von Axel Brandt als Vertreter der Andernacher Stadtführer wurde das Koblenzer Tor im Beisein der altehrwürdigen Burgtornachbarschaft vor Ort offiziell der Öffentlichkeit übergeben.
Die Wiedereröffnung des Koblenzer Tors und der Weltgästeführertag, der unter dem Motto „Durch Tür und Tor“ steht, gingen an diesem Tag Hand in Hand. Denn Interessierte konnten die wichtigsten Türen und Tore der Stadt besichtigen. Die Andernacher Stadtführer erklärten alles Wissenswerte über und rund um die Pforten. An folgenden Türen und Toren erwarteten die Stadtführer die Gäste: Koblenzer Tor, Portal Stadtmuseum (Hochstraße 99), Ochsentor (Schafbachstraße), Helmwartsturm (Stadtgraben), Südportal der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, Rheintor.
Zur Geschichte des Koblenzer Tors:
Das Koblenzer Tor, auch „Burgpforte“ genannt, wurde um 1200 erbaut. Es sicherte die Burganlage, gilt als repräsentativer Eingang der Stadt und wurde wie die Stadtburg 1689 im Pfälzer Erbfolgekrieg durch die Franzosen zerstört. Das Tor stellt das historisch wertvollste Eingangsportal der Stadtmauer dar. Es ist ein wesentliches Glied an der Südostflanke der Umwallung Andernachs. Es erfüllte eine wichtige Wehrfunktion, weil es an der zentralen Durchgangsstraße der Stadt, dem alten Handelsweg von Köln nach Koblenz, der heutigen Hochstraße, gelegen ist und es gegenüber dem nicht mehr erhaltenem Kölner Tor an der Nordwestflanke den zweiten Hauptzu- beziehungsweise -ausgang der Stadt befestigte. In den Jahren nach 1240 wurde das Tor unter Erzbischof Konrad von Hochstaden erweitert. Vermutlich wurde im Zuge dieser Arbeiten die Pforte als Doppeltor ausgebaut. Die gesamte Anlage besteht aus zwei hintereinander angeordneten Toren, die ursprünglich durch ein Gewölbe verbunden waren. Während das Gewölbe zerstört ist, ist der Ansatz des Obergeschosses über dem Tor noch zu erkennen. Heute ist die Pforte die Durchgangstoranlage für Fußgänger zwischen der Hochstraße und der Koblenzer Straße. Parallel hierzu verläuft die Straßenzufahrt der Hochstraße auf der Südseite des Objektes. Das Bauwerk verfügt derzeit einschließlich Innenhof über eine Grundfläche von ca. 225 Quadratmetern. Die jetzt noch vorhandene Torruine umfasst etwa 2000 Kubikmeter. Dies entspricht laut alten Darstellungen etwa einem Drittel der ehemals vorhandenen Gesamtgröße. Die jetzigen Seitenwände sind bis zu 4,20 Meter dick und die Wandhöhen ragen bis 12,50 Meter hoch heraus.


Andernach. Die mehr als 2000 Jahre alte bewegte Geschichte der Stadt Andernach wird fast täglich um eine Facette reicher. Denn die Archäologen finden ständig neue alte Schätzchen während ihrer Grabungen auf dem ehemaligen Weissheimer-Gelände. Jetzt haben die Experten der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Außenstelle Koblenz) erneut „Zeugen“ längst vergessener Zeiten wieder ans Licht gebracht. Die teilweise fast 2000 Jahre alten Fundstücke, die neue Erkenntnisse zur Historie von Andernach liefern, sind ab sofort im Stadtmuseum zu bewundern.
Ein Prunkstück, das Besuchern des Stadtmuseums präsentiert wird, ist ein etwa 1800 Jahre alter völlig intakter Tonbecher, ein so genannter Faltenbecher. Gewandspangen aus dem vierten und fünften Jahrhundert dokumentieren den Übergang von der römischen Spätantike ins fränkische Frühmittelalter. Außerdem sind Goldringe mit Glaseinlage ausgestellt, die etwa aus dem vierten bis fünften Jahrhundert stammen. Ein kleines Entchen aus Bronze, das ebenfalls in der Virtrine zu sehen ist, hat möglicherweise ein Möbelstück zu römischer Zeit verziert. Darüber hinaus haben die Archäologen auf dem ehemaligen Weissheimer-Gelände einen Basaltlava-Mühlstein einer Handmühle gefunden, der etwa aus dem vierten Jahrhundert stammt. Handmühlen, die mit solchen Mühlsteinen ausgestattet waren, wurden sowohl in Privathäusern als auch in militärischen Stubengemeinschaften genutzt. Diese und andere Mühlsteintypen wurden in Andernach auf Schiffe verladen und nach ganz Mitteleuropa geliefert.
Die Fundstücke sind während der Öffnungszeiten des Stadtmuseums zu sehen: Dienstag bis Freitag, 10 bis 12 und 13 bis 17 Uhr; Samstag, Sonntag, Feiertag, 14 bis 17 Uhr; Montag geschlossen.
Andernach. Der weiter sinkende Rhein hat ein weiteres „Schätzchen“ aus längst vergangenen Zeiten freigegeben. Nachdem bereits in der vergangenen Woche zwei alte Mühlsteine im Bereich des „Alten Krahn“ gefunden und geborgen wurden, trat jetzt ein weiteres Exemplar zutage. Wiederum sind Mitarbeiter der städtischen Beschäftigungsgesellschaft Perspektive ausgerückt, um den Mühlstein aus dem Wasser zu ziehen. Doch diesmal hat es nicht ganz geklappt, denn der Mühlstein ist mit seinen geschätzten knapp 1000 Kilogramm Gewicht zu schwer. Immerhin konnte die Truppe den Stein ans „rettende“ Ufer ziehen. Dort soll er in den nächsten Tagen von einem Kran geborgen werden, erklärte der Leiter des Technischen Bauamts, Rainer Schmitz, der gemeinsam mit Oberbürgermeister Achim Hütten den neuen Fund bestaunte.
Andernach. Das extreme Niedrigwasser im Rhein hat in Andernach für einen besonderen Fund gesorgt. Die stark gesunkenen Fluten haben nämlich einen versunkenen „Schatz“ freigegeben, der von Mitarbeitern der städtischen Beschäftigungsgesellschaft Perspektive nun „gehoben“ wurde.
Zwei alte Mühlsteine, wie sie vor Hunderten von Jahren mit dem Alten Krahn auf Schiffe verladen worden waren, haben Mitarbeiter der Perspektive während Reinigungsarbeiten am Ufer in Höhe des Andernacher Wahrzeichens im seichten Wasser entdeckt. Für die Verantwortlichen bei der Stadt war sofort klar: Diese „Schätzchen“ müssen geborgen werden. Und so machte sich ein Trupp der Perspektive daran, die Mühlsteine aus dem Wasser zu ziehen. Das war keine leichte Aufgabe. Vor allem der größere der beiden Steine steckte fest im schlammigen Untergrund des Rheins. Mit Eisenstangen, Schaufeln und großer Kraftanstrengung gelang es den Männern schließlich, den Mühlstein etwas aufzurichten. Jetzt konnten sie ein starkes Seil durch die mittlere Öffnung des Mühlsteins ziehen. Das Seil wurde an einem Traktor befestigt, der das etwa 400 Kilogramm schwere Stück langsam über ausgelegte Holzlatten aus dem Wasser zog. Dieser Mühlstein soll am Alten Krahn fest im Boden verankert werden.
Kurz nach dieser Aktion ging es für den Trupp weiter. Direkt vor dem Alten Krahn wurde nämlich noch ein zweiter Mühlstein entdeckt. Dieses Exemplar war deutlich kleiner und konnte per Hand aus den Fluten geborgen werden. Dieses Stück soll einen Platz im Stadtmuseum finden.
Nach einem ersten Blick vermutet der Leiter des Stadtmuseums, Dr. Klaus Schäfer, dass die Steine aus dem 15. bis 18. Jahrhundert stammen. „Genauer kann man das nicht datieren, da sich die Bearbeitungsweise der Mühlsteine während dieser Zeit nicht verändert hat“, sagt Dr. Schäfer. Der größere Mühlstein, der etwa 50 Meter stromaufwärts vom Alten Krahn entfernt gefunden wurde, weist an einer Seite eine Beschädigung auf. „Früher wurden oft Basaltrohlinge aus der Eifel zum Alten Krahn gebracht und erst dort bearbeitet, weil schon in der Eifel fertig bearbeitete Mühlsteine auf dem holprigen Transport über die unbefestigten Straßen schnell beschädigt wurden“, so Dr. Schäfer. Deshalb nimmt er an, dass dieser Mühlstein während seiner Bearbeitung am Ufer teilweise zu Bruch ging und dann einfach ins Wasser geworfen wurde. Der kleinere Mühlstein, der vermutlich für eine Handmühle genutzt werden sollte und direkt unter dem Alten Krahn gefunden wurde, ist laut Dr. Schäfer wahrscheinlich während des Verladens ins Wasser gefallen. „Entweder ist die Kette gerissen, was früher oft vorkam, oder er hat sich vom Haken gelöst“, meint der Museumsleiter, der sich sicher ist, dass im Bereich des Alten Krahnens noch weitere Mühlsteine auf dem Rheingrund schlummern. „Vielleicht werden diese ja von den nächsten Generationen gefunden“, hofft Dr. Schäfer und ergänzt: „Dort unten auf dem Grund des Rheins liegen sie ja gut. Da kann ihnen nichts passieren.“
Andernach. Runder Turm, Mariendom und „Alter Krahn“ sind die Wahrzeichen der Stadt Andernach. Und ein Mitglied dieser Troika feiert nun einen runden Geburtstag: Der „Alte Krahn“ wird 450 Jahre alt. Die bewegte Geschichte rund um eine der einst größten Verladestationen an Deutschlands Binnengewässern, die noch bis vor 100 Jahren in Betrieb war, zeigte auch eine Sonderausstellung im Stadtmuseum Andernach.
Von 1554 bis 1561 wurde der „Alte Krahn“ gebaut. Er ersetzte einen Schwimmkran, der zu uneffizient und zu reparaturanfällig war. Für das massive Steinhaus mit seinen einen Meter dicken Mauern musste zunächst das Gelände am Rheinufer, das die Schiffe wegen der Strömungsverhältnisse besonders gut anlaufen konnten, aufgeschüttet und befestigt werden. Schließlich entstand ein so stabiler Untergrund, dass der „Krahn“ Lasten mit bis zu 1400 Kilogramm Gewicht heben und verladen konnte. Hauptumschlagsgüter waren Weinfässer, Mühlsteine und Natursteine, die hauptsächlich in Mendig, Mayen und in der Pellenz abgebaut wurden. Übrigens: Auch der Wein, der in Andernach verladen wurde, stammte aus der Pellenz und der Bäckerjungenstadt selbst.
Um diese schwere Lasten zu heben, mussten sich die städtischen Bediensteten am „Krahn“ im wahren Wortsinne kräftig abstrampeln. Denn im Inneren des Steinbauwerks wurden zwei Laufräder mit einem Durchmesser von etwa vier Metern auf eine drehbare Längsachse montiert. In diesen Konstruktionen liefen die Bediensteten wie in einem Hamsterrad und trieben damit eine Querachse an, auf der die Verladekette auf- und abgerollt wurde. Um den Ausleger zu schwenken, mussten die Männer die auf der Längsachse montierten Laufräder mit Hilfe von zwei Querbalken drehen. Gerade die Männer in den Rädern liefen sich natürlich die Hacken ab. Und so gehörten spezielle Laufschuhe zur Standardausrüstung, die von der Stadt gestellt wurden. Damit auch in der kalten Jahreszeit die Räder nicht still standen, haben die Bauarbeiter im Inneren des „Krahns“ einen Kamin installiert.
350 Jahre lang versah der „Krahn“ seinen Dienst, auch dann noch, als seine Technik völlig veraltet und schon Strom verfügbar war. „Als ein Stromanschluss schon möglich war, wollte die Stadt aber nicht mehr in den Krahn investieren, weil damals schon klar war, dass der Hafen verlegt wird“, erklärt Dr. Klaus Schäfer, Leiter des Stadtmuseums. Und so strampelten sich die Männer in ihren Hamsterrädern noch bis ins Jahr 1911 ab.