Andernach. Die bildende Künstlerin Monika Bozem zeigt ihre Werke in der Ausstellung „Kreuzwege“, die jetzt im Historischen Rheintor von Andernach eröffnet wurde. Vor zahlreichen Besuchern und im Beisein von Oberbürgermeister Achim Hütten und Bürgermeister Claus Peitz erläuterte die Künstlerin ihre Werke. In Ihnen werden alltägliche Verhaltensweisen von Menschen thematisiert, deren Lebenswege sich kreuzen. Zu diesen Verhaltensweisen gehören nicht nur ein gutes Miteinander, sondern auch Verletzung und Leid – eben menschliches Verhalten.
Monika Bozem wurde an der Mosel geboren legte in Koblenz ihr Abitur ab, studierte und promovierte im Fach Biologie in Bonn und wohnte von 1973 bis 1983 in Andernach. Sie wurde in der wissenschaftlichen Grafik ausgebildet und veröffentlichte mehrere wissenschaftliche Buchbeiträge sowie Kunstbücher. Sie ist Mitglied bei „Künstler der Pellenz“ und hat europaweit an Gruppen- und Einzelausstellungen teilgenommen. Seit fast 30 Jahren wohnt sie im saarpfälzischen Raum und ist Wissenschaftlerin an der Universität Homburg-Saar.
Die Ausstellung ist noch bis Ostermontag, 9. April, im Rheintor zu sehen. Öffnungszeiten: Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag und Ostermontag von 14 bis 18 Uhr. Am 8. und 9. April führt die Künstlerin Besucher persönlich ab 15 Uhr durch die Ausstellung. Der Eintritt ist an allen Tagen frei.
Die bewegte Geschichte rund um eine der einst größten Verladestationen an Deutschlands Binnengewässern, die noch bis vor 100 Jahren in Betrieb war, zeigt eine Sonderausstellung im Stadtmuseum Andernach, die noch bis Sonntag, 22. April, zu sehen ist.
Von 1554 bis 1561 wurde der „Alte Krahn“ gebaut. Er ersetzte einen Schwimmkran, der zu uneffizient und zu reparaturanfällig war. Für das massive Steinhaus mit seinen einen Meter dicken Mauern musste zunächst das Gelände am Rheinufer, das die Schiffe wegen der Strömungsverhältnisse besonders gut anlaufen konnten, aufgeschüttet und befestigt werden. Schließlich entstand ein so stabiler Untergrund, dass der „Krahn“ Lasten mit bis zu 1400 Kilogramm Gewicht heben und verladen konnte. Hauptumschlagsgüter waren Weinfässer, Mühlsteine und Natursteine, die hauptsächlich in Mendig, Mayen und in der Pellenz abgebaut wurden. Übrigens: Auch der Wein, der in Andernach verladen wurde, stammte aus der Pellenz und der Bäckerjungenstadt selbst.
Um diese schwere Lasten zu heben, mussten sich die städtischen Bediensteten am „Krahn“ im wahren Wortsinne kräftig abstrampeln. Denn im Inneren des Steinbauwerks wurden zwei Laufräder mit einem Durchmesser von etwa vier Metern auf eine drehbare Längsachse montiert. In diesen Konstruktionen liefen die Bediensteten wie in einem Hamsterrad und trieben damit eine Querachse an, auf der die Verladekette auf- und abgerollt wurde. Um den Ausleger zu schwenken, mussten die Männer die auf der Längsachse montierten Laufräder mit Hilfe von zwei Querbalken drehen. Gerade die Männer in den Rädern liefen sich natürlich die Hacken ab. Und so gehörten spezielle Laufschuhe zur Standardausrüstung, die von der Stadt gestellt wurden. Damit auch in der kalten Jahreszeit die Räder nicht still standen, haben die Bauarbeiter im Inneren des „Krahns“ einen Kamin installiert.
350 Jahre lang versah der „Krahn“ seinen Dienst, auch dann noch, als seine Technik völlig veraltet und schon Strom verfügbar war. „Als ein Stromanschluss schon möglich war, wollte die Stadt aber nicht mehr in den Krahn investieren, weil damals schon klar war, dass der Hafen verlegt wird“, erklärt Dr. Klaus Schäfer, Leiter des Stadtmuseums. Und so strampelten sich die Männer in ihren Hamsterrädern noch bis ins Jahr 1911 ab.