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GrubiNetz

Projektstart GrubiNetz - Kompetenznetzwerk Grundbildung und Alphabetisierung Rheinland-Pfalz

Mainz, 17.02.2014:

7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland können keine zusammenhängenden Texte lesen oder schreiben und gelten als "funktionale Analphabeten". Diese aufrüttelnden Zahlen wurden 2011 durch die leo.-Level-One-Studie der Universität Hamburg ermittelt. Davon hat jeder Zweite die Schule in Deutschland besucht und mehr als die Hälfte ist berufstätig. Besonders betroffen sind Personen, die einfachen Hilfstätigkeiten nachgehen, geringe berufliche Aufstiegschancen haben und deren Arbeitsplätze als unsicher gelten. Viele Menschen schämen sich und verbergen oft sogar vor der Familie, Freunden und am Arbeitsplatz ihre Schwierigkeiten. Nur ein Bruchteil der Betroffenen wird aktuell durch die Grundbildungsangebote der Erwachsenenbildung erreicht.

Da auch in Rheinland-Pfalz zu viele Menschen Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben im Alltag haben, setzt an dieser Stelle das im Januar gestartete Projekt "GrubiNetz - Kompetenznetzwerk Grundbildung und Alphabetisierung Rheinland-Pfalz" an: es will nun vor allem deutlich mehr Menschen mit Grundbildungsbedarf erreichen und sie in ganz Rheinland-Pfalz an Lernangebote, Alphabetisierungs- und Grundbildungskurse heranführen.

"Vernetzung und Kooperationen sind im Alphabetisierungs- und Grundbildungsbereich von zentraler Bedeutung. Unsere Anstrengungen zielen darauf hin, eine Flächendeckung mit Kursangeboten in ganz Rheinland-Pflaz zu erreichen", so Gabriele Schneidewind, Geschäftsführerin des Projektträgers Arbeit und Leben gGmbH.

Dazu sieht das vom Europäischen Sozialfonds und dem rheinland-pfälzischen Bildungs- und Arbeitsministerium geförderte Projekt ein Kompetenznetzwerk vor, das von den fünf Weiterbildungsträgern (siehe unten) initiiert wird. Sie stellen je eine Netzwerkkoordinatorin in den Regionen Westerwald-Taunus/Mittelrhein, Trier/Eifel, Rheinhessen-Nahe und Pfalz, damit sie mögliche Partner identifizieren und für das Netzwerk gewinnen. Dazu knüpfen sie Kontakte zu den regionalen Akteuren, die mit den Zielgruppen in Kontakt kommen, beispielsweise Beschäftigte in Beratungsstellen, Jobcentern, Schulen, Weiterbildungseinrichtungen oder in der Verwaltung. Diese Akteure wiederum werden für die Thematik sensibilisiert und dabei unterstützt, wie sie die Betroffenen ansprechen und sie an Lernangebote heranführen können.

Durch die Vernetzung der Betroffenen untereinander und mit verschiedenen Akteuren sollen effizientere und nachhaltige Unterstützungsstrukturen geschaffen werden, um damit die Chancen zur Teilhabe funktionaler Analphabeten am sozialen und ökonomischen Leben zu erhöhen.

Um das Thema zu enttabuisieren und die Gesellschaft darüber zu informieren, werden die Projektpartner aus dem Verband der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz, der Evangelischen Erwachsenenbildung, der LAG anderes lernen und der Katholischen Erwachsenenbildung unter anderem Öffentlichkeitsaktionen durchführen. "Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema, da es schwierig ist, die Betroffenen direkt zu erreichen", so Susanne Syren, Netzwerkkoordinatorin für die Region Rheinhessen-Nahe von der ELAG.

Kontakt:
Gabriele Schneidewind
Geschäftsführerin Arbeit und Leben gGmbH
Hintere Bleiche 36
55116 Mainz
Tel.: 06131/1408614
 
GrubiNetz

 

 

 

 

Lerncafé PC: Selbstgesteuertes Lernen ohne Zwang

Neues kostenloses Computerangebot der VHS Andernach in der Stadthausgalerie

Ab sofort besteht für alle Interessierten die Möglichkeit, am PC Kenntnisse in den Bereichen Bewerbung, Grundlagen der Internetrecherche, schriftlicher Ausdruck, Mathematik und flüssiges Lesen zu vertiefen. "Angesprochen sind alle Menschen, die in diesen Bereichen etwas dazulernen möchten", so Caroline Albert-Woll, die das Projekt "Kompetenznetzwerk Grundbildung und Alphabetisierung - GrubiNetz", das durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Demographie sowie dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur gefördert wird, für das nördliche Rheinland-Pfalz begleitet und in dessen Rahmen das Angebot ermöglicht werden konnte. "Es gibt keinen Lehrplan, alle können ihre Lern-Schwerpunkte am Computer selbst wählen. Die Themen sind frei wählbar", so Albert-Woll weiter. Das Angebot soll zunächst einstündig und wöchentlich stattfinden und bei Bedarf ausgeweitet werden.

Wer Interesse hat, kann sich am Donnerstag, den 06. Februar um 16:00 Uhr im Café Treffpunkt in der Stadthausgalerie informieren oder anrufen unter 02632/922-276 (Montag - Freitag, 13:00 - 15:00 Uhr) bzw. eine E-Mail schreiben an alphakurs@andernach.de

Das Wichtigste kompakt:

Lerncafé PC - Start: 06. Februar 2014, 16:00 Uhr (Info im café Treffpunkt)
Ort: VHS-Computerraum, Stadthausgalerie, Eingang Gartenstraße
Offen für alle, kostenlos
Ansprechpartner: Heiko Hastrich, VHS Andernach
Telefon: 02632/922-276 (13:00 - 15:00 Uhr)
E-Mail: alphakurs@andernach.de
 
 
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Alpha- und Grundbildungsnetz


Netzwerkkoordination Andernach

Über sieben Millionen Menschen in Deutschland können nicht oder nur unzureichend lesen und schreiben, sie zählen laut leo.-Level-One-Studie (http://blogs.epb.uni-hamburg.de/leo/?p=7) zur Gruppe der sog. funktionalen Analpha- betInnen. Für die meisten Betroffenen ist dies mit Scham und Frustration verbunden. Es bedeutet für viele ein Ausgegrenzt-Sein von wichtigen gesellschaftlichen Prozessen, alltägliche Angelegenheiten können nicht selbst erledigt werden. Der Personenkreis ist weiterhin dauerhaft von beruflicher Teilhabe ausgeschlossen, da lesen und schreiben die Grundlage für Bildung und Weiterbildung sind.

Seit Beginn dieses Jahres besteht an der VHS Andernach eine Netzwerkstelle des Alpha- und Grundbildungsnetzes Rheinland-Pfalz. Das aus Landesmitteln und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Projekt hat fünf Standorte, die über das Bundesland verteilt sind. vor Ort sollen Angebote installiert, ausgebaut bzw. entwickelt werden mit dem Ziel, den Betroffenen mehr Möglichkeiten zu bieten, Kenntnisse im Lesen und Schreiben zu erwerben bzw. zu verbessern. Durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildungen sowie gezielte Vernetzung von AkteurInnen aus Betrieben, Behörden und Sozialverbänden soll das Thema "funktionaler Analphabetismus" verstärkt in die Öffentlichkeit getragen werden. An dieser Stelle können Sie die jeweils geplanten Veranstaltungen und Aktionen aufrufen und sich ggf. anmelden.

Sollten Sie von funktionalem Analphabetismus betroffen sein oder jemanden kennen, der Interesse an Beratung / Information zum Thema hat, schreiben Sie einfach eine E-Mail an: alphakurs@andernach.de oder rufen Sie montags oder donnerstags von 13:00 - 16:00 Uhr unter 02632 / 922-276 (Heiko Hastrich, Netzwerkkoordinator Alpha- und Grundbildungsnetz Andernach) an. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Das Projekt Alphabetisierungs- und Grundbildungsnetz Rheinland-Pfalz wird gefördert durch:

Emanzipationsgeschichte einer "unbelehrbaren" Frau atmosphärisch dicht erzählt

Anke Hentschel

Regisseurin Anke Hentschel war zu Gast im Mayener Corso Kino

Auf Einladung des Corso Kinos in Mayen und des Alpha- und Grundbildungsnetzes Rheinland-Pfalz kam die Berliner Regisseurin des Spielfilms "unbelehrbar", Anke Hentschel, am 10. November in die Eifelstadt. Die 1972 in Ulm geborene Künstlerin studierte Bühnenbild an der UdK in Berlin sowie Filmregie an der HFF "Konrad Wolf" und der Tel Aviv University. In Mayen stand die Künstlerin nun für Fragen des Publikums zur Verfügung und gewährte Einblicke in ihre filmische Arbeit.

Hentschels erster abendfüllender Spielfilm erzählt die Geschichte der Familienmutter Ellen und ist in erster Linie als Emazipationsgeschichte einer Frau zu verstehen, die zu Beginn ihrer im Film gezeigten Entwicklung durch ihre Probleme im Lesen und Schreiben in ihrem Selbstbewusstsein tief erschüttert ist. Als Ellen an einer Fortbildung für Küchenpersonal teilnehmen soll, beschließt sie, einen Lese- und Schreibkurs zu besuchen. Da es in ihrer Heimatstadt kein Angebot gibt, muss die Frau nach Berlin reisen. In der Metropole angekommen eröffnen sich ihr neue, verstörende Welten: So bahnt sich etwa eine Romanze mit Karim an, der in einem Imbiss arbeitet. Ein Sozialarbeiter, der unter Weltekel leidet, sucht sich ausgerechnet sie aus, um sich dafür zu rächen. Ihre Kinder verstehen die Welt nicht mehr. Der Ehemann schließlich wünscht sich einfach nur "seine Ellen" zurück, die er kennt und liebt. Doch diesen Gefallen tut die Protagonistin ihm nicht: am Ende sieht es so aus, als ob sie alles verliert: ihre Familie, ihren Liebhaber und ihren Job. Nur den Kampf mit den Buchstaben, den scheint sie andlich zu gewinnen.

Anke Hentschel ist mit dem Film "unbelehrbar" eine glaubwürdige Darstellung der Lebenssituation einer Frau gelungen, die Lesen und Schreiben lernen will. Vieles von dem, was Ellen erlebt, entspricht den Schilderungen Betroffener: etwa die Ängste vor dem Entdeckt-Werden oder die Verunsicherung ihrer Familie. Das Thema habe sie unmittelbar berührt, als sie in einer Zeitung über das Thema Analphabetismus in Deutschland gestolpert sei, so die Regisseurin im Mayener Publikumsgespräch. Durch intensive Recherchearbeit bestätigte sich die Vermutung, dass es sich um ein wichtiges Thema handele, welches filmisch verarbeitet werden sollte. "Denn", so die Regisseurin weiter, "abgesehen von der künstlerischen Inszenierbarkeit eines Stoffes geht es mir in allen meinen Filmen um eine Botschaft." Die Vermittlung dieser Borschaft ist nach Ansicht der Besucherinnen und Besucher der Matinée im Corso Kino gut gelungen. Zu verdanken sei dies insbesondere auch dem Betreiber des Kinos, Thomas Schneckenburger, der durch sein Engagement die Veranstaltung erst ermöglichte.

Mit Veranstaltungen dieser Art möchte das Alpha- und Grundbildungsnetz Rheinland-Pfalz, gefördert durch den Europäischen Sozialfonds (ESF), das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Demographie, sowie dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, das Thema funktionaler Analphabetismus vom gesellschaftlichen Rand in die Mitte rücken, um Menschen, die Kurse besuchen möchten, entsprechende Angebote unterbreiten zu können: Für 350.000 Betroffene in Rheinland-Pfalz nämlich ist der Schritt in einen Kurs mit ähnlichen Problemen verbunden wie für Ellen.

Information:

Fragen zum Thema oder zum regionalen Kursangebot im Bereich Lesen und Schreiben richte sie gerne an Frau Caroline Albert-Woll, VHS Andernach, 02632/922-276 oder an alphakurs@andernach.de.

 

 

"Unbelehrbar"

Geschichte über den Mut einer Frau, lesen und schreiben zu lernen

Unbelehrbar

Matinée mit anschließendem Gespräch mit der Regisseurin am Sonntag, 10. November 2013, 11:00 Uhr

"Ich liebe diese Ellen, wie sie da steht". Das ist ein Satz des Ehemanns der Protagonistin des Films "unbelehrbar". Er könnte als Liebeserklärung gemeint sein, wie sie vieltausendfach in Kinofilmen gesprochen wird. Doch so ist er nicht gemeint: Denn der Satz beinhaltet die Bitte nach einem "Bleib so", nach einem "Verändere Dich nicht". Die 40-jährige Ellen, zweifache Mutter, macht sich aber auf den Weg aus der Provinz nach Berlin, um lesen und schreiben zu lernen und damit auch auf den Weg zur größten Veränderung in ihrem Leben. Ellen setzt sich schließlich durch, mit allen Konsequenzen, die diese Veränderung mit sich bringt - für sie selbst und ihre Familie.

 

Hintergrund:

Die Protagonistin zählt zu den rund 7,5 Millionen Menschen in Deutschland, die große Probleme mit den schriftsprchlichen Anforderungen des Alltags und der Berufswelt haben. Nur wenige schaffen aus eigener Kraft den Weg in Angebote, wie Ellen sie in diesem außtergewöhnlich authentischen Film wahrnimmt. Das Alpha- und Grundbildungsnetz Rheinland-Pfalz, das durch den Europäischen Sozialfonds und dem Land Rheinland-Pfalz gefördert wird und mit einem Standort an der VHS Andernach vertreten ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Weg zu unterstützen und Betroffene zu ermuntern, Kurse zu besuchen.

Im Anschluss an die Filmvorführung steht die Regisseurin, Anke Hantschel, für Fragen zur Verfügung, ebenso wie Vertreterinnen und Vertreter des Jobcenter Mayen-Koblenz und der Volkshochschulen.

 

Stimmen zum Film:

Peter Kaiser, SWR: Der Film UNBELEHRBAR ist sowohl ein wichtiger Film, als auch spannend und ungemein gut erzählt. Leonore Stellers Darstellungskraft der Ellen berührt und verführt.

Anke Hentschel, Regisseurin: "Bei meiner Recherche stieß ich auf eine Frau, die ganz normal die Schule durchlaufen hatte und als Analphabetin wieder herauskam... Die Geschichte, die sie mir aus ihrem Alltag erzählte, ihre unzähligen Überforderungen, die Art und Weise, wie sie die Welt verändert wahrnahm, die ständige Bedrohung, sich zu entlarven, ihr strahlender Charakter, den sie entwickelt hatte, weil sie andauernd auf die Hilfe anderer angewiesen war, ihre Fähigkeit, naiv über Dinge zu staunen - diese schillernde Person inspirierte mich, einen Film zu machen, der nicht aufklären soll, uns aber auf sinnliche Weise dem eigenwilligen Charakter einer Frau näher bringt, die sich auf den Weg macht, ihren eigenen Platz in der Welt zu finden."

 

Filminfo:

Deutschland / Israel 2010, 96 min

Regie: Anke Hentschel

Darsteller: Lenore Steller, Youssef Jammoul, Thorsten Merten, Liv Lisa Fries

Kamera: Anja Winkler

Schnitt: Tami Liberman

 

Eintritt: 5 Euro / Person

 

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Mit mittelalterlichen Spielen Informationen zur Alphabetisierung gewinnen - Weltalphabetisierungstag der Vereinten Nationen war auf dem Herbst- und Gauklerfest in Miesenheim Thema

Weltalphabetisierungstag

Anlässlich des Weltalphabeti-sierungstages der Vereinten Nationen am 8. September fanden in ganz Rheinland-Pfalz vielfältige Aktionen rund um das Thema Alphabetisierung und Grundbildung statt - denn nicht nur in sog. Entwicklungsländern haben Menschen Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben, laut der Leo Level One-Studie aus dem Jahr 2011, die von der Universität Hamburg durchgeführt wurde, sind in Deutschland rund 7,5 Millionen erwerbsfähige Menschen von der Problematik in unterschiedlicher Ausprägung betroffen: sie haben Schwierigkeiten, einfache Sätze oder komplexere Texte zu erlesen oder zu verstehen, hinzu treten oftmals Lücken in der mathematischen und allgemeinen Grundbildung.

Auch die Volkshochschule der Stadt Andernach machte im Rahmen des Weltalphabetisierungstages auf das Thema aufmerksam: Die regionale Netzwerkstelle des Alpha- und Grundbildungsnetzes Rheinland-Pfalz, die bei der VHS Andernach mit einer teizeitbeschäftigten Koordinatorin angesiedelt ist, war mit einem Infostand auf dem Herbst- und Gauklerfest auf Gut Nettehammer in Miesenheim vertreten. Mit mittelalterlichen Spielen, bei denen es neben dem Erkenntnisgewinn auch Süßigkeiten und Lesezeichen zu gewinnen gab, wurden Menschen auf das Thema Alphabetisierung und Grundbildung in Deutschland aufmerksam gemacht.

Als Gast konnte Klaus Tiggemann begrüßt werden, der sich als Vertreter des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Mainz von der Arbeit der Netzwerkstelle überzeugte. "Wir sind froh, dass das Land Rheinland-Pfalz sowie der Europäische Sozialfonds mit je ca. 15.000 € und das Jobcenter Mayen-Koblenz mit rund 18.000 € unser Grundbildungsprojekt "ready for work" unterstützen und wir über das Alpha- und Grundbildungsnetz, das ebenfalls vom Land und vom Europäischen Sozialfonds finanziert wird, die Möglichkeit haben, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben", so Caroline Albert-Woll, die den Projektbereich Alphabetisierung und Grundbildung an der VHS vertritt.

Bei Fragen und Informationsbedarf zum Thema ist die Netzwerkstelle Alpha- und Grundbildungsnetz Rheinland-Pfalz an der VHS Andernach unter 02632/922-276 oder alphakurs@andernach.de erreichbar.

Spielen wie im Mittelalter - Informationen rund ums Lesen und Schreiben auf dem Herbst- und Gauklerfest in Andernach-Miesenheim gewinnen

Anders als zur Zeit der Gaukler, als das Lesen- und Schreibenkönnen wenigen Privilegierten vorbehalten war. bedeuten Schwierigkeiten mit diesen Kulturtechniken heutzutage den Ausschluss von gesellschaftlicher Teilhabe. Was viele nicht wissen: Etwa 7,5 Millinen in Deutschland sozialisierte Menschen sind betroffen.

Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, ist das Projekt "Alphabetisierungs- und Grundbildungsnetzwerk Rheinland-Pfalz", das durch den Europäischen Sozialfonds und dem Landesministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie sowie dem Landesministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur gefördert wird, auf dem dieshährigen Herbst- und Gauklerfest in Andernach-Miesenheim, Gut Nettehammer, vertreten.

Damit der Spaß trotz des eher ernsten Themas nicht zu kurz kommt, können sich kleine und große Besucherinnen und Besucher mit "Spielen wie im Mittelalter" kleine Präsente, Süßes und natürlich viel Information "verdienen".

 

Hier finden Sie weitere Informationen:

Grundbildungsdefizite betreffen 7, 5 Millionen Menschen in Deutschland: Ausstellung „Lesen und Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“ des Bundesbildungsministeriums

Fahrpläne lesen und Anträge ausfüllen, Geschichten verstehen und Briefe schreiben – für die meisten Menschen in Deutschland sind diese alltäglichen Anforderungen ohne Probleme zu bewältigen.

7, 5 Millionen Erwachsene in Deutschland gehören allerdings zur Gruppe der funktionalen Analphabeten, denen solche Aufgaben erhebliche Schwierigkeiten bereiten. Betroffene haben Strategien entwickelt, schriftsprachliche Probleme zu umgehen, sind dennoch oftmals berufstätig und managen Familien. Diese Tatsachen in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, ist Ziel der Ausstellung „Lesen und Schreiben – Mein Schlüssel zu Welt“, die noch bis zum 7. Juli im Tagungsraum des Hauses der Familie gezeigt wird.

 

Eröffnet wurde die Ausstellung im ansprechend hergerichteten Tagungsraum des Hauses der Familie am 25. Juni durch den Bürgermeister und zuständigen Dezernenten der Stadt Andernach, Claus Peitz. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Betroffene und Fachleute aus den Bereichen Bildung und Weiterbildung sowie Migration waren erschienen und informierten sich - nicht nur im offiziellen Teil der Ausstellung, sondern auch anhand von Lernertexten und Plakaten eines Kurses der VHS Andernach - , über die Lebenswelt- und Wirklichkeit von Menschen mit Grundbildungslücken in Deutschland.

 

Michael Kock, Sachgebietsleiter Markt und Integration des Jobcenter Mayen, unterstrich die Bedeutung von Alphabetisierungs- und Grundbildungskursen für die Integration Betroffener auf dem Arbeitsmarkt. Die Koordinatorin des von Europäischen Sozialfonds und dem Land Rheinland-Pfalz geförderten Alphabetisierungs- und Grundbildungsnetzes Andernach, Caroline Albert-Woll, betonte in ihren einleitenden Worten, dass der funktionale Analphabetismus kein individuelles, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem sei, vor dem man nicht die Augen verschließen dürfe. Durch die Lesung eines authentischen Lernertextes, der sich mit biographischen Ursachen des Problems beschäftigte, durch den Bürgermeister der Stadt Andernach, Claus Peitz, wurde diese These sehr eindrucksvoll unterstrichen.

 

Alle Interessierten können sich die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Hauses der Familie gerne anschauen. Im Rahmen des Europafestes am 7. Juli werden von 13 – 17 Uhr spezielle Führungen angeboten. Weitere Informationen auch unter alphakurs@andernach.de oder der Homepage der Stadt Andernach.

 

(C. Albert-Woll, 28.06.13)

 

 

Auftakt der rheinland-pfälzischen Bildungsinitiative für Alphabetisierung und Grundbildung - auch Andernach profitiert durch eine Netzwerkstelle an der VHS

Büchertisch

Die Betroffenen haben Probleme beim Erlesen von Wörtern oder beim Verständnis von Texten. Viele scheitern beim Verfassen von Briefen oder dem Ausfüllen von Formularen. Mit mangelnder Intelligenz hat dies in den seltensten Fällen zu tun. Vielmehr sind verschiedene Faktoren Auslöser: von der Legasthenie bis hin zu gesundheitlichen Einschränkungen im Kindesalter.

Funktionaler Analphabetismus betrifft in Rheinland-Pfalz rund 350.000 Menschen. Im Zuge einer breit angelegten Kampagne stellt das Land zusammen mit dem Europäischen Sozialfonds (ESF) in diesem Jahr über 400.000 Euro zur Bekämpfung des funktionalen Analphabetismus zur Verfügung. Ein gesellschaftliches Bündnis aus Weiterbildungsträgern, Gewerkschaften und Kirchen soll helfen, auf das Thema aufmerksam zu machen und damit den Betroffenen zu helfen.

Auch die Stadt Andernach profitiert von den Geldern: An der VHS ist in diesem Jahr die Regionalkoordination des ESF- und landesgeförderten Alphabetisierungs- und Grundbildungsnetzes Rheinland-Pfalz angesiedelt, die durch Öffentlichkeitsarbeit und diverse Beratungsangebote auf das Thema des funktionalen Analphabetismus aufmerksam macht. Jüngste Aktion ist der Büchertisch in der Stadtbücherei Andernach, der kürzlich durch Bürgermeister Klaus Peitz eröffnet wurde. Er lud alle Andernacher Bürgerinnen und Bürger ein, regen Gebrauch von diesem Angebot zu machen. Am Thema interessierte Menschen können nun in leicht lesbarer Literatur stöbern oder Lernmaterial ausleihen.

 

Der Leiter der Stadtbücherei Andernach, Wolfram Mayer, durfte über 60 Interessierte begrüßen und lud alle ein, sich einen Büchereiausweis ausstellen zu lassen: „Es gibt in unserer Bücherei vielfältige Möglichkeiten. Wir haben Zeitschriften, DVDs, die Onleihe und natürlich Bücher, die hier gegen eine einmalige Anmeldegebühr in Höhe von 15 Euro bzw. kostenlos entliehen werden können.“ Projektkoordinatorin Caroline Albert-Woll hob hervor, dass mangelnde Lese- und Schreibkenntnisse weit verbreitet seien und es sich damit nicht um ein Randthema handele. „Über 7 Millionen Menschen in Deutschland haben Probleme, wenn es ums Lesen und Schreiben geht. Alle sind gefordert, diesen Menschen Angebote zu machen. Mit dem Büchertisch hat die Stadtbücherei einen wichtigen Schritt in diese Richtung getan.“

An der VHS Andernach gäbe es bereits seit 2007 einen Grundbildungskurs mit Modellcharakter, der in Kooperation mit dem Jobcenter Mayen-Koblenz angeboten und aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds finanziert werde, ergänzte Sandra Reith von MYKNetz. Viele Menschen hätten ihre Fähigkeiten im Lesen und Schreiben dadurch bereits erheblich verbessern können und sich somit neue Perspektiven für den Wiedereinstig ins Berufsleben erarbeitet.

 

Ab dem 25. Juni können sich die Andernacher Bürgerinnen und Bürger weiter mit dem Thema beschäftigen: Um 15 Uhr wird dann im Tagungsraum des Hauses der Familie (Stadthausgalerie) die Ausstellung „Lesen und Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“ mit einer kurzen fachlichen Einführung ins Thema eröffnet. Ebenso präsentiert eine Lernergruppe der VHS Andernach eigene Materialien zum Thema „Grundbildung und Europa“.

 

Informationen zur Ausstellung und zum Thema Alphabetisierung/ Grundbildung gibt es bei der VHS Andernach unter 02632/ 922-276 (nachmittags) oder alphakurs@andernach.de

 

(Caroline Albert-Woll, 22. 05. 2013)

 

 

 

VHS zieht erfolgreiche Jahresbilanz des Projekts "Alpha MYK... Schreib' Dich nicht ab"

Buchpaket im Wert von über 500 Euro durch Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung überreicht

Lesen und schreiben kann doch jedes Kind! Oder? Was viele nicht wissen: über 7 Millionen Erwachsene in Deutschland zählen zur Gruppe der funktionalen Analphabeten. Sie können nur wenig bzw. unzureichend lesen oder haben Probleme mit dem Schreiben und dies, obwohl sie die Schulpflicht bereits erfüllt haben. Damit ist eine bedeutende Zahl von Bürgerinnen und Bürgern weitgehend abgekoppelt von gesellschaftlichen Prozessen. Ein Umstand, der in einer Bildungsgesellschaft nicht hingenommen werden darf. Nicht nur Betroffene und Experten sind sich hier einig.

Erwerb von Kernkompetenzen in verschiedenen Bereichen der Grundbildung

Vom Erlesen einiger Buchstaben und Wörter bis zu Erfassen ganzer Sätze und Texte ist es aber ein weiter Weg. Diesen Weg zu ebnen und damit Chancen zu eröffnen, hat sich die VHS Andernach in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Mayen-Koblenz, mit Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz und dem Europäischen Sozialfonds (ESF), zur Aufgabe gemacht. Im Rahmen des Projekts "Alpha MYK... Schreib' Dich nicht ab!", das 2012 an der VHS Andernach angesiedelt war, lernten durchschnittlich zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer über elf Monate hinweg die Grundlagen des Lesens und Schreibens, aber auch wichtige Themen aus den Bereichen Mathematik, Gesundheit und Ernährung, Arbeit und Leben sowie Politik und Gesellschaft kennen. Teilnehmende mit fortgeschrittenen Kenntnissen konnten ihre Fähigkeiten vertiefen oder sich gezielt auf spezielle Anforderungen im Beruf vorbereiten.

Buchpaket im Offenen Bücherschrank der Stadt Andernach

Besondere Höhepunkte des Projektjahres 2012 waren der Besuch des Alfamobils des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung und die Podiumsdiskussion zum Thema "Netzwerkarbeit in der Alphabetisierung" im Rahmen der Europawoche in Andernach. Besonders gefreut hat man sich in Andernach über ein umfangreiches Buchpaket, das der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung im Rahmen seines Projektes "Mut zum Leben" kostenlos zur Verfügung stellen konnte. Es enthält leicht lesbare Lektüren und Arbeitsmaterialien aus dem Ernst Klett Sprachen Verlag. Ein Teil dieser Bücher steht allen Andernacher Bürgerinnen und Bürgern im sog. Offenen Bücherschrank (nahe der Stadtmauer) sowie ab 16. April dieses Jahres in der Stadtbücherei Andernach zur Verfügung.

Netzwerkstelle Alphabetisierung an der VHS Andernach

"Wir ziehen eine positive Bilanz des Projektes", resümiert Caroline Albert-Woll, die als Fachdozentin im Projekt mitwirkte. 2013 setzt die VHS Andernach im Projektbereich, aber auch im Rahmen der Netzwerkstelle für Alphabetisierung und Grundbildung Rheinland-Pfalz die erfolgreiche Arbeit fort. Die Netzwerkstelle wird ebenfalls vom Europäischen Sozialfonds, sowie dem Landesministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie und dem Landesministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur finanziert: "Ein Schwerpunkt ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema sowie die Stärkung von Selbsthilfestrukturen", so Albert-Woll weiter. Ziel sei es insbesondere, mehr Menschen dazu zu bewegen geeignete Kurse zu besuchen. "Hier bietet die Volkshochschule der Stadt Andernach bereits vielfältige Möglichkeiten an. Das Angebot reicht von speziellen Integrationskursen mit Alphabetisierungsanteil bis hin zu intensiven Trainingsmaßnahmen für die Rückkehr in den Beruf. Ebenso bestehen Abendkurse für Berufstätige", erläutert der Geschäftsführer der VHS Günter von Blohn.

Infos und Beratung

Für nähere Informationen zum Thema Alphabetisierung/Grundbildung schreiben Sie eine E-mail an alphakurs@andernach.de. Wir beraten Betroffene ebenso wie Institutionen, Verwaltungen und Betriebe. Vertraulichkeit ist oberstes Gebot.

[Verf.: Caroline Albert-Woll, 16.01.2013, letzte Änderung 13.03.2013]

 

 

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