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Alle Infos zur Essbaren Stadt...

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Besondere Auszeichnung für die Essbare Stadt

Foto: Christoph Maurer

Berlin/Andernach. Im bundesweiten Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2013/14 ist die Stadtverwaltung Andernach für ihr Projekt „Andernach – Die essbare Stadt“ als einer von 100 Preisträgern ausgezeichnet worden. Zum Thema „Ideen finden Stadt“ liefert das Projekt in der Kategorie Gesellschaft eine Antwort auf die Frage, wie öffentliche Parks zu Obst- und Gemüsegärten für die Einwohner werden können.
„Pflücken erlaubt“ statt „Betreten verboten“ heißt es in Andernach. Ob Erdbeeren, Salat oder Zwiebeln: Die Stadtverwaltung lässt überall Gemüse, Obst und Kräuter anbauen – und jeder darf sich bedienen. So werden öffentlichen Parks und Grünanlagen zum Garten für die Bürger. Die öffentlichen Nutzpflanzen zeigen, wie man sich gesund ernährt und steigern die Wertschätzung für regionale Lebensmittel. Ob jäten oder ernten: Jeder darf mitmachen.
Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank zeichnen im Rahmen des Wettbewerbs gemeinsam Ideen und Projekte aus, die Lösungen für die Herausforderungen der Städte und Regionen von morgen bereithalten. Rüdiger Noack, Marktgebietsleiter der Deutschen Bank Wiesbaden, überreichte Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten die Auszeichnung als „Ausgezeichneter Ort 2013/14“ und betonte: „Andernach zeigt auf außergewöhnliche Art und Weise, wie in einer modernen Stadt Landwirtschaft betrieben werden kann. Gleichzeitig fördert das Projekt den Gemeinschaftssinn und macht die Stadt lebens- und liebenswerter.“
Hütten kommentierte die Auszeichnung: „Wir sind sehr stolz, ein ‚Ausgezeichneter Ort‘ im Land der Ideen zu sein und damit eine Lösung für das Leben in der Stadt von morgen aufzeigen zu können. Diese besondere Auszeichnung zeigt uns, dass wir mit unserer Essbaren Stadt absolut auf dem richtigen Weg sind. Und ich freue mich sehr, dass aus einer kleinen Idee am Anfang ein so erfolgreiches und vielfach ausgezeichnetes Vorzeigeprojekt geworden ist.“ Hütten dankte den kreativen Köpfen in der Verwaltung und den zupackenden sowie engagierten Frauen und Männern der Perspektive, eine gemeinnützige Beschäftigungsgesellschaft, ohne deren Einsatz das Projekt nicht hätte verwirklicht werden können. Und dann hätte Andernach sicherlich nicht die Möglichkeit, sich Mitte Januar kommenden Jahres auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin in der begehrten Halle 9 zu präsentieren, die von mehr als einer halben Million Besuchern frequentiert wird. „Hier haben wir die einmalige Chance, unsere schöne Heimatstadt noch bekannter zu machen und unser einmaliges Projekt vor Besuchern aus der ganzen Welt zu präsentieren“, freut sich Andernachs Oberbürgermeister.
„Unsere ausgezeichneten Ideen haben das Potenzial, zu einem Markenzeichen für den Standort zu werden. Sie sind unsere wichtigsten Rohstoffe. Deswegen wollen wir sie sichtbar machen“, begründete Rüdiger Noack das langjährige Engagement der Deutschen Bank im Wettbewerb. Aus rund 1.000 Bewerbungen wählte die Expertenjury aus Wissenschaftlern, Wirtschaftsmanagern, Journalisten und Politikern gemeinsam mit einem vierköpfigen Fachbeirat die Stadtverwaltung Andernach als Preisträger aus.

 

Lebenswerte Stadt: Andernach ist Gesamtsieger

OB Achim Hütten nimmt in Leipzig den Preis entgegen.

Andernach/Leipzig. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) und die Stiftung „Lebendige Stadt“ haben die Stadt Andernach für die nachhaltige Umgestaltung seiner Grünanlagen als Gesamtsieger des Wettbewerbs „Lebenswerte Stadt“ ausgezeichnet. Die Stadt am Mittelrhein hatte im vergangenen Jahr ihr Projekt „Essbare Stadt“ eingereicht und konnte sich neben fünf weiteren Kommunen gegen bundesweit 154 Bewerberprojekte durchsetzen. Andernach erhält für die Auszeichnung ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro. Die Auszeichnungsfeier fand im Neuen Rathaus in Leipzig statt.

Mit seinem Projekt „Essbare Stadt“ macht Andernach aus seinen Parkanlagen begehbare Gärten und ergänzt die gewohnten Grünflächen durch sowohl leckere als auch dekorative Gemüsearten. „Das Andernacher Konzept ist schon allein wegen seiner Einfachheit brillant: der Stadt gelingt ohne aufwendige Baumaßnahmen eine Aufwertung seiner Grünanlagen. Durch die Wahl von essbaren Pflanzen wurde dem öffentlichen Grün eine Multifunktionalität verliehen, die bei der Bevölkerung sehr gut ankommt. Selten wurde mit so einfachen Mitteln so viel bewegt. Aber auch die anderen Bewerberprojekte dokumentieren, mit welcher Kreativität man sich in den Städten für ein attraktives Lebensumfeld engagiert. Das ist Best-practice pur“, so Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung „Lebendige Stadt“.

„Anfangs herrschte in Andernach natürlich auch Skepsis. Doch relativ schnell wandelte sich die Stimmungslage hin zum absolut Positiven. Vor allem, weil jetzt Bereiche der Stadt, die früher weniger attraktiv waren, aufgewertet worden sind. Uns geht es darum Blühräume nicht nur für Pflanzen und Tiere, sondern vor allem für die Menschen zu schaffen, in denen sie sich wohlfühlen, in denen sie sich entfalten – in denen sie eben aufblühen können“, erläutert Achim Hütten, der Oberbürgermeister von Andernach. Gemeinsam mit der Langzeitarbeitslosen-Qualifizierungsgesellschaft Perspektive GmbH habe man auch ein umfangreiches berufsqualifizierendes Angebot gestrickt. Die hierüber beschäftigten Langzeitarbeitslosen leisteten wertvolle Arbeit in Andernach. So sei die Essbare Stadt wirklich zu einem gesamtstädtischen Konzept geworden, das Menschen jeden Alters und aus allen Bevölkerungsschichten anspricht und mitnimmt.

Neben Andernach wurden auch die Städte Arnsberg, Bad Hersfeld und Sondershausen, sowie die Bezirke Berlin-Pankow und Hamburg-Mitte als „Lebenswerte Städte“ ausgezeichnet. Alle diese Preisträger erhalten ein Preisgeld von jeweils 3.000 Euro. Anlässlich des in Leipzig stattfindenden Fachkongresses „Grün, schön und lebendig – Das Potential von Stadtnatur für eine lebenswerte Stadt“ berichten die Siegerprojekte von ihren Erfahrungen und diskutieren mit Kommunalvertretern aus dem ganzen Bundesgebiet.

„Alle sechs Siegerprojekte zeigen, dass Erholung im Grünen mitten in der Stadt nicht nur möglich, sondern stadtplanerische Messlatte ist. Eine sinnvolle und kreative Grünflächenplanung gehört zu modernen Stadtentwicklungskonzepten einfach dazu. Und sie bezieht die Menschen vor Ort aktiv mit ein. So arbeiten Lokalpolitik, Verwaltung und Bürgerschaft gemeinsam daran, dass unsere Städte auch in Zukunft lebenswert bleiben“, so Harald Kächele, Bundesvorsitzender der DUH.

Andernach ergänzt die gewohnten Grünflächen und Blumenrabatten in den Stadtparks mit Zucchini, Mangold und anderen Gemüsearten. Die Bürgerinnen und Bürger packen bei der Beetpflege und der Ernte selbst mit an. So hat sich das Stadtbild positiv verändert.

Hintergrundinformationen zum Wettbewerb

Deutsche Umwelthilfe und Stiftung „Lebendige Stadt“ riefen Städte und Gemeinden zur Teilnahme am Wettbewerb „Lebenswerte Stadt – Natur und städtisches Leben ohne Widerspruch“ auf. Gesucht wurden kreative Stadtentwicklungsprojekte, die städtisches Grün fördern und dabei die Bevölkerung aktiv einbeziehen. Die Natur ist ein zentrales Element für Umwelt- und Lebensqualität in unseren Städten und Gemeinden. Stadtnatur bietet den Stadtbewohnern Raum für Spiel, Sport und Erholung und leistet damit einen wichtigen Beitrag, das Wohn- und Arbeitsumfeld lebenswert zu gestalten. Gleichzeitig bietet Stadtnatur Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Urbaner Natur- und Artenschutz steht dabei nicht im Widerspruch zu Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Im Gegenteil: Stadtgrün ist sogar ein wichtiger Standortfaktor. Aus den eingereichten 160 Projekten wurden sechs Siegerprojekte ausgewählt und ausgezeichnet. Nun wurde aus den sechs Siegerkommunen Andernach als Gesamtsieger gekürt. Die Stiftung „Lebendige Stadt“ hat den Gesamtpreis mit 30.000 Euro dotiert, wobei der Gesamtsieger ein Preisgeld von 15.000 Euro und die übrigen Gewinner je 3.000 Euro erhalten.

Weitere Informationen zu den Siegerprojekten finden Sie im Internet unter
http://www.duh.de/3787.html

 

Essbare Stadt: Kongress war großer Erfolg

Andernach. "Urban Green Card - die Essbare Stadt Andernach", war Thema eines Kongresses in der Bäckerjungenstadt. Mehr als 120 Teilnehmer aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland waren dabei, als es in Fachvorträgen und Diskussionen um die Potenziale der Urbanen Landwirtschaft ging (alle Referate finden Sie als Download im Programm hinter den Referentennamen auf dieser Seite). Die „Essbare Stadt Andernach“ hat in den vergangenen Jahren bereits eine Vielzahl von Erfahrungen gesam­melt und Konzepte der urbanen Landwirtschaft in ein nachhaltiges Grundkonzept der städtischen Grünraumpla­nung integriert. Die Resonanz dieser neuen Wege war enorm. Ziel war es, gemeinsam die Möglichkeiten der Übertragung solcher Konzepte auf an­de­re Städte und Gemeinden zu diskutieren. Insbesondere wurde dabei der Schwer­punkt auf folgende Aspekte gelegt: 

·    Wie sind Konzepte der Urbanen Landwirtschaft zu organisieren?

·    Wie können innovative Maßnahmen im öffentlichen Raum in die meist angespannten Haushaltssituationen eingepasst werden?

·    Wie wird sich die Urbane Landwirtschaft weiter entwickeln?

·    Welche Akteure können hier zielführend mit eingebunden werden?

·    Welche Flächen- und Ressourcenpotenziale können ausgeschöpft werden?

·    Wie sieht die Zukunft des öffentlichen Grüns aus? 

 

Das Programm: 

Moderation: Heike Boomgaarden 

Donnerstag:

9.30 Uhr, Begrüßung: Oberbürgermeister Achim Hütten 

9.45 Uhr, Lutz Kosack, Diplom-Geoökologe bei der Stadtverwaltung Andernach: Die Essbare Stadt >>Referat 

10.30 Uhr, Werner Ollig, Leiter der Gartenakademie Rheinland-Pfalz: Lebens-Mittel-Punkte in der Stadt. Wie geht das? >>Referat

11 Uhr, Bärbel Oftring, Autorin, Natur tut gut

Pause 

11.45 Uhr, Impulsreferate:

Joachim Ollig, Agentur für Events, Kommunikation und Klimaprojekte: Wie der Kongress „Essbare Stadt" seine Klimabilanz einlöst. >>Referat

Viola Krug-Gbur, Projektleiterin Entente Florale: Eine Stadt blüht auf >>Referat

Dr. Wolfgang Röser, Terracine GmbH - Umweltsicherung und Landwirtschaft: Stoffstrommanagement in der Stadt >>mehr

12.30 Uhr, Prof. Dr. Cassian Schmidt, Leiter Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim und Professor FH Wiesbaden in Geisenheim "Pflanzenverwendung":Attraktive Pflanzungen im öffentlichen Grün - Möglichkeiten, Etablierung und Pflege >>Referat 

13.15 Uhr, Mittagsimbiss

13.30 Uhr, Pressekonferenz

14.30 Uhr, Exkursion „Essbare Stadt“

                 Exkursion „Permakultur Andernach-Eich“ 

18.30 Uhr, Besuch des Kaltwasser-Geysirs in Andernach-Namedy inkl. Schiffsfahrt

19.30 Uhr, Buffet und gemeinsame Diskussionen auf dem Geysir-Schiff

 

Freitag:

9.30 Uhr, Prof. Dr. Klaus Neumann, Beuth Hochschule Berlin - Technischer Garten- und Landschaftsbau: Urbane Grün- und Freizeiträume - Vom Kosten- zum Nutzenfaktor >>Referat 1. Teil >>2. Teil

10.15 Uhr, Dr. Ute Arnold, Universität Bonn - INRES - Institut für Nutzpflanzenwisseschaften und Ressourcenschutz: Ressourcenoptimierung in der Stadt durch Urbane Landwirtschaft >>Referat

Pause

11.45 Uhr, Friedrich Hachenberg, Planungsbüro Stadt-Land-plus: Die Essbare Stadt der Zukunft >>Referat

12.30 Uhr, Abschlussdiskussion

13.30 Uhr, Ende der Veranstaltung

 

 

Hühner krähen „Essbare Stadt“ aus dem Winterschlaf

Foto: Stadtverwaltung/Maurer

Andernach. Lange hat der Winter auch die „Essbare“ Stadt in seinem eisigen Griff gehalten. Doch jetzt hält der Frühling unaufhaltsam Einzug. Und das bedeutet: In der „Essbaren Stadt“ geht’s richtig los. Nicht nur, dass jetzt in allen Ecken gegraben, gebuddelt, gerecht, gesät und gesetzt wird – eine neue Attraktion bereichert das bundesweit viel beachtete Andernacher Projekt. Denn im Graben des Schlossgartens sorgen nun acht Hühner der Rasse „Rodeländer“ für noch mehr Leben.

Mitarbeiter der Perspektive gGmbH haben für das Federvieh extra ein geräumiges Haus gebaut. Hierin verbringen die Tiere gut geschützt die Nacht. Und hier hinein legen sie auch ihre Eier, die mittels einer in den Boden des Hauses eingebauten Schublade einfach und ohne die Tiere zu stören eingesammelt werden können. Tagsüber können die Hühner sich auf dem weitläufigen Gelände des Graben frei bewegen. Am Abend werden sie dann in ihr neues Domizil gelassen. Am nächsten Morgen öffnet ein Mitarbeiter den Tieren die Tür ins Freigelände. Die Kosten für Hühner und Haus liegen deutlich unter 1000 Euro.

 „Mit den Hühnern erhöhen wir die Attraktivität und die Lebendigkeit der Essbaren Stadt“, sagt Oberbürgermeister Achim Hütten. Diese Hühner sollen aber nicht das Ende der Fahnenstange sein. Es laufen Überlegungen, ob und welche weiteren Tiere möglicherweise in der „Essbaren Stadt“ angesiedelt werden können.

Die neuen Hühner mitten in der Stadt legen pro Tier und Tag im Schnitt ein Ei. Es ist beabsichtigt, diese Eier im Fair-Regio-Laden zu verkaufen. Dort könnte es auch das Hühnerfleisch geben, wenn die Tiere geschlachtet werden. Denn das werden sie definitiv, wie die Schafe und die Schweine auf der Permakultur. „Das gehört zu einer Landwirtschaft eben dazu“, sagt Hütten.

Die Stadt bittet die Bürgerinnen und Bürger nachdrücklich, die Hühner nicht zu füttern. Nicht nur, dass die Gesundheit der Tiere gefährdet werden könnte - unkontrollierte Fütterungen ziehen natürlich Ratten an. Deshalb wird der Graben täglich auf Futterreste abgesucht, die die Mitarbeiter sofort entfernen.  

Während die Hühner das neue Element in der „Essbaren Stadt“ sind, läuft das Projekt ungebremst weiter. Auch in diesem Jahr können sich die Bürgerinnen und Bürger auf etwa 100 Obst- und Gemüsesorten freuen, die vor allem im Bereich des Schlossgartens, auf dem Spielplatz am Mariendom und am Helmwartsturm heranwachsen. Eine größere Spende an Obstbäumen und -sträuchern bereichern ebenfalls die „Essbare Stadt“: Himbeere, Johhanisbeere, Kiwi, Gajibeeren und Stachelbeeren. Außerdem finden die Bürgerinnen und Bürger Pfirsich, Mandel, Äpfel, Birnen, Kräuter, Bohnen, Zuchchini, Salate, Kürbis, Kartoffeln, Mangold und vieles mehr in ihrer Stadt. Wegen des langen Winters „hinken“ die Pflanzen zwar etwas hinterher, aber geerntet werden kann im Spätsommer/Herbst trotzdem – wenn auch vier Wochen später als in den vergangenen Jahren.

 

Andernach als lebenswerte Stadt ausgezeichnet

Andernach. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) und die Stiftung „Lebendige Stadt“ haben Andernach für ihre vorbildliche Umgestaltung seiner Parkanlagen als „Lebenswerte Stadt“ im Historischen Rathaus der Bäckerjungenstadt ausgezeichnet. Andernach hatte sein Projekt „Essbare Stadt“ im Wettbewerb „Lebenswerte Stadt “ eingereicht und konnte sich neben fünf weiteren Kommunen gegen 154 Bewerberprojekte aus ganz Deutschland durchsetzen. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro verbunden.

„Bei einer integrierten Siedlungs- und Städtebaupolitik gehen Ökologie, Ökonomie und Soziales Hand in Hand. Hierzu gehört auch eine sinnvolle und kreative Grünflächenplanung. Denn diese hat positive Auswirkungen auf die Lebensqualität in unseren Städten und ist damit ein nicht zu vernachlässigender Standortfaktor“, so Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung „Lebendige Stadt“, der seine Grüße nach Andernach übermitteln ließ. Vertreterinnen und Vertreter der DUH und der Expertenjury besuchen die sechs Gewinner des Wettbewerbs, um die Projekte vor Ort zu begutachten. Andernach ist dabei die zweite Station. Im Frühjahr 2013 gibt die Jury dann in Leipzig den Gesamtsieger bekannt, der ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro der Stiftung „Lebendige Stadt“ erhält.

Mit seinem Projekt „Essbare Stadt“ macht Andernach aus seinen Parkanlagen begehbare Gärten und ergänzt die gewohnten Grünflächen durch Zucchini, Mangold und andere Gemüsearten. Deren genetische Vielfalt in der Landwirtschaft stellt die Stadt jedes Jahr anhand einer ausgewählten Gemüseart dar. So wurden im Jahr 2010 101 Tomatensorten, ein Jahr darauf 100 Bohnensorten und in diesem Jahr 20 Zwiebelsorten angepflanzt.

„Die Bürgerinnen und Bürger sind keine Zaungäste. Im Gegenteil: Wir ermuntern sie dazu, die Beete zu betreten, das Wachstum von Grünkohl und Co. zu beobachten und am Ende auch zu ernten und zu kosten. Das stößt bei den Bewohnern auf große Beliebtheit“, sagte der Andernacher Oberbürgermeister Achim Hütten in seiner Begrüßung vor Ort.

Der Bundesvorsitzende der DUH, Prof. Harald Kächele, ergänzt: „Urbanes Gärtnern ist derzeit in vielen Städten Deutschlands groß im Kommen. Aber das Konzept von Andernach ist einzigartig. Denn es spricht alle Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner an und ruft sie bei jedem Spaziergang dazu auf, selbst zu säen und zu ernten und dadurch das Stadtbild auf positive Art und Weise zu verändern.“

Weitere Informationen zum Wettbewerb, zur „Essbaren Stadt Andernach“ und der Expertenjury finden Sie im Internet unter www.duh.de/lebenswertestadt.html. Hier stehen ab 15. November 2012 um 18:00 Uhr Bilder von der Auszeichnung in Andernach zum Herunterladen bereit.

Hintergrund: Der Kommunalwettbewerb „Lebenswerte Stadt“ steht unter der Schirmherrschaft von Bundesminister Dr. Peter Ramsauer und soll verdeutlichen, dass zu einer ausgewogenen kommunalen Stadtentwicklungs- und Stadterneuerungspolitik eine kluge und bürgernahe Grünflächenplanung gehört und die Bürger vielfältig davon profitieren.

Grünflächen innerhalb eines innerstädtischen Quartiers haben zahlreiche positive Effekte: Sie bieten Raum für Erholung und sportliche Betätigung, bringen Kühlung, leisten einen wichtigen Beitrag für die Luftreinigung, sind Orte der Begegnung und Identifikation sowie unschätzbare Spielplätze für Kinder.

Und nicht zuletzt hat das urbane Grün eine immense Bedeutung für den Natur- und Artenschutz: Durch die Zerschneidung der freien Landschaft und intensive Bewirtschaftung sind die urbanen Räume in Mitteleuropa inzwischen zu den Hotspots der Artenvielfalt geworden und spielen eine herausragende Rolle in der Erreichung der Ziele der Europäischen Kommission, bis 2020 den anhaltenden Artenverlust innerhalb der EU-Mitgliedstaaten zu stoppen.

Mit dem Wettbewerb „Lebenswerte Stadt“ tragen Deutsche Umwelthilfe und Stiftung „Lebendige Stadt“ das Thema der ökologischen Stadtentwicklung deutschlandweit an mehr als 20.000 politische Entscheidungsträger und Experten auf kommunaler Ebene heran. Die Verleihungsfeier findet im Frühjahr 2013 in Leipzig statt. Das Gesamtpreisgeld von 30.000 Euro stiftet die Stiftung „Lebendige Stadt“.

Die Expertenjury

-         Christa Böhme, Deutsches Institut für Urbanistik

-         Gerhard Fuchs, Stiftung „Lebendige Stadt“

-         Dr. Manfred Fuhrich, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

-         Ute Kreienmeier, Deutscher Städte- und Gemeindebund

-         Prof. Dr. Frank Lohrberg, RWTH Aachen

-         Prof. Dr. Dittmar Machule, Stiftung „Lebendige Stadt“

-         Robert Spreter, Deutsche Umwelthilfe e.V.

-         Axel Welge, Deutscher Städtetag

-         Peter Werner, Kompetenznetzwerk Stadtökologie - CONTUREC

-         Albert Wotke, Deutsche Umwelthilfe e.V.

 

Entente Florale: Gold für Andernach

Andernach/Mainz. Riesenjubel bei der Andernacher Abordnung während der Preisverleihung des Bundeswettbewerbes Entente Florale im ZDF-Fernsehrgarten in Mainz: Die Bäckerjungenstadt hat mit ihrem Kozept "Essbare Stadt" die Jury erneut überzeugt und nach 2010 erneut die Goldmedaille gewonnen. Doch damit nicht genug: Auch der Sonderpreis des Bundesverbandes Zierpflanzen ging an die Bäckerjungenstadt. Die Verbindung von herrlich blühenden Gewächsen, die man darüber hinaus auch essen kann, und die die Bürger pflücken dürfen, war für den Bundesverband das entscheidende Kriterium, die hohe Auszeichnung der Bäckerjungenstadt zu verleihen.

Nicht nur während der Begehung der Stadt durch die Jury vor wenigen Wochen hatte sich Andernach enorm ins Zeug gelegt. Auch bei der Preisverleihung in Mainz zeigten die Andernacher, was sie drauf haben. Eine festlich gedeckte Tafel mit allem Essbaren, was in der Stadt wächst, wurde den Besuchern präsentiert. Die freuten sich über frische Äpfel, Möhren oder auch die Andernacher Kräutermischung. Auf den gemütlich eingerichteten Pick-Nick-Ecken verschnauften die Besucher auch mal gerne angesichts der hochsommerlichen Temperaturen. Und ein glücklicher Oberbürgermeister Achim Hütten gab geduldig ein Interview nach dem nächsten. Denn auch die Medien stürtzten sich regelrecht auf das deutschlandweit einzigartige Projekt "Essbare Stadt".

 

Essbare Stadt ist in aller Munde

Die Essbare Stadt. Foto: Stadtverwaltung/Maurer

Andernach. Das deutschlandweit einzigartige Projekt „Die essbare Stadt“ ist in aller Munde. „Wir freuen uns über ein gigantisches Medienecho“, berichtet Oberbürgermeister Achim Hütten. Ob Tagesthemen in der ARD, ZDF, SWR, Süddeutsche-Zeitung, überregionale Magazine und natürlich die heimische Presse: Alle zeigen sie ein riesiges Interesse an dem Andernacher Projekt. „Zudem gehen täglich Anfragen aus anderen Städten wie Frankfurt, Eutin und Münster ein, die sich für unser Projekt sehr interessieren“, sagt Hauptamtsleiterin Barbara Vogt. Anrufe von Bürgern und Gästen, die von der „essbaren Stadt“ begeistert sind, bestätigen, dass der eingeschlagene Weg absolut richtig ist.

Auch die zweite Teilnahme am Wettbewerb „Entente Florale – unsere Stadt blüht auf“, bei dem Andernach im Jahr 2010 die Goldmedaille gewonnen hatte, war die richtige Entscheidung, betonen Hütten und Vogt. Denn auch jetzt gab es erneut die Goldmedaille. „Der Imagegewinn für Andernach durch das riesige Medienecho ist so enorm, dass sich jeder Cent, den wir in unser Projekt gesteckt haben, jetzt schon gelohnt hat“, betont Hütten.

Zum Hintergrund:

Die Stadt Andernach möchte ihre Grünflächen langfristig als grüne und nachhaltige Stadt lebendig und vielgestaltig entwickeln. Hierbei stehen vor allem Aspekte der Nachhaltigkeit, der Biodiversität und der urbanen Landwirtschaft im Mittelpunkt. Neben der attraktiven Gestaltung der Grünflächen der Stadt sollen diese gleichzeitig im Sinne einer Multifunktionalität ökologische, ökonomische und auch ästhetische Funktionen gleichermaßen unterstützen. Erklärtes Ziel der Umgestaltungen ist es, zukünftig die städtischen Grünflächen der Stadt wieder erlebbarer zu machen. Hierbei soll das städtische Grün nicht nur für die Augen, sondern auch durch Duft und Geschmack erlebbar gestaltet werden. 

Die Konzepte und Aktionen hatten in den vergangenen drei Jahren einen großen Wiederklang in Presse, Fernsehen und Rundfunk gefunden. In einer Vielzahl von Führungen und Seminaren konnte die Konzeption der „Essbaren Stadt Andernach“ erläutert und ausgebaut werden. Mit dem nachhaltigen Konzept der Grünraumplanung nimmt im Jahr 2012 Andernach wieder an dem Wettbewerb ‚Entente Florale’ teil. Jetzt war eine Kommission von Entente Florale in Andernach zu Gast und nahm die grünen Projekte in der Bäckerjungenstadt unter die Lupe. Das Ergebnis wird am 21. August bekanntgegeben. 

Besonders ist hervorzuheben, dass in diesem Wettbewerb Entente Florale ausschließlich Projekte vorgestellt werden, welche langfristig und nachhaltig das Lebensgefühl in der Stadt verbessern. Hierzu zählt im Jahr 2012 vor allem: 

  1. Nachdem 2010 die Anpflanzung von 101 Tomatensorten auf die Biodiversität im Bereich der Nutzpflanzen hingewiesen hatte, konnte dies 2011 mit Pflanzung von Bohnen fortgesetzt werden. 2012 wiederum soll die Zwiebel im Mittelpunkt stehen. Hierfür werden sowohl Beete mit Nutzpflanzen angelegt; es wurden bereits auch Tausende von Zwiebeln von Zierpflanzen gesetzt, so dass Andernach noch vielfältiger und schöner aufblühen wird.
  2. Mit der Umgestaltung der kostenaufwändigen Wechselbeete in nachhaltige Staudenbeete wird die ökologische und ökonomische Umgestaltung der Grünanlagen fortgesetzt. Während in den Rheinanlagen kleinflächige Wechselbeete erhalten bleiben, werden Wechselbeete in der Stadt und Stadtteilen in abwechslungsreiche, vielgestaltige und ästhetisch anspruchsvolle Flächenpflanzungen umgewandelt. Hierbei stehen vor allem die beiden Kreisel „Am Wasserturm“ und „Johannesplatz“ im Mittelpunkt.
  3. Das Konzept der „Essbaren Stadt“ wird weiter umgesetzt. Im Bereich des Stadtgrabens wurde eine Vielzahl essbarer und ästhetisch ansprechender Gehölze gepflanzt. Dies reicht von Mandeln, Pfirsich bis zu Mispeln und Birnenspalieren. Dabei gilt es, auch in der Stadt als „Lebens-„mittelpunkt wieder „Lebens“-mittel erlebbar zu machen. Zudem ist es Ziel, städtische Flächen multifunktional zu gestalten, so dass auch ein Nutzaspekt anvisiert wird. Auch soll die städtische Bevölkerung hierdurch mehr für das öffentliche Grün sensibilisiert werden und gegebenenfalls auch in die Nutzung und Pflege eingebunden werden.
  4. Im Bereich der Grundschulen sind Schulgärten entstanden. Zudem ist in Miesenheim ein naturnaher Erlebnisspielplatz entstanden. Zusammen mit dem fahrbaren Schulgarten sind diese Projekte von entscheidender Bedeutung, um die Ideen der Nachhaltigkeit zu vermitteln.

Zum Beitrag in den Tagesthemen geht es >>hier

Zum Beitrag von 3Sat Nano geht es >>hier 

Zum Beitrag des WDR "Lokalzeit Bonn" geht es >>hier

Zum Beitrag der Deutschen Welle geht es >>hier

 

 


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