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Stadtteile

Stadtteil Eich

Eine erste urkundliche Erwähnung des Dorfes liegt zwar erst für das 13. Jahrhundert vor, die Reste des romanischen Kirchturms aus dem 12. Jahrhundert zeigen jedoch an, dass die Siedlung „Eichin“ im ausgehenden Frühmittelalter bereits bestanden haben dürfte. Im Gegensatz zu Andernach und den übrigen drei Stadtteilen gehört Eich nicht zum Kölner Kurfürstentum. Vielmehr war Eich eines der Pellenz - Dörfer, die ihr Hochgericht auf dem Mendiger Berg und im sogenannten Pellenz - Haus bei der Fraukirch hatten. Die Pellenz - Dörfer unterstanden den Pfalzgrafen bei Rhein und später den Grafen von Virneburg.

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1545 fielen diese Siedlungen durch Kauf an das Trierer Kurfürstentum. Besitzungen in Eich hatten sowohl das Kloster St. Thomas in Andernach als auch das Kloster St. Georg in Koblenz und das Dominikanerkloster in Koblenz. Auch ein mittelalterliches Rittergeschlecht trug den Namen v. Eich. Ihren Stammsitz hatten diese Ritter auf Burg Olbrück. Im Trierer Erzstift spielte diese Familie im 13. Und 14. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Das Wappen derer v. Eich zeigt in einem silbernen Schild auf einem schwarzen Berg eine schwarze Eiche. In der Gemarkung Eich liegt auch der sogenannte „Krayer Hof“, eine noch gut erhaltene burgartige Anlage, deren Kern aus dem Spätmittelalter stammen dürfte. Aus Sicht der Literaturgeschichte ist sicherlich von Bedeutung, dass der französische Dichter Guillaume Apollinaire in den Jahren 1901/02 zeitweilig als Hauslehrer auf Burg Kray wohnte. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts war die Landwirtschaft bestimmendes Element in Eich, wenn auch schon ab dem18. Jahrhundert in der Gemarkung Basaltlava abgebaut wurde, die als Baumaterial für die Koblenzer Festungsbauten Verwendung fanden. Auch heute noch wird das vulkanische Gestein am „Eicher Sattel“ abgebaut.

Stadtteil Kell

Der Andernacher Stadtteil Kell liegt auf einer Hochfläche (rd. 260 m NN) zwischen Brohltal und Pönterbachtal. Erste Nachweise einer Besiedlung liegen aus dem 5. - 3. Jahrhundert v.Chr. vor. In römischer Zeit begann der Tuffsteinabbau im Brohltal. Die in der Gemarkung entspringenden Quellen waren aufgrund ihrer heilenden Wirkung besonders geschätzt. Ein 1993 südlich von Kell entdecktes fränkisches Gräberfeld bezeugt eine Besiedlung auch im Frühmittelalter.

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Erstmals erwähnt wird Kell Anfang des 12. Jahrhunderts mit der Bezeichnung „Chella“. Eng verbunden mit Kell ist die Geschichte des St. Antonius Karmeliterklosters. Laut Legende fanden 1388 Hirten aus Kell im Tönissteiner Tal ein Gnadenbild in einem brennenden Dornbusch. Dies war Anlass, eine Kapelle an der Stelle der Auffindung zu errichten. Die einsetzenden Wallfahrten führten dazu, dass 1465 das Karmeliterkloster gegründet wurde, das bis zur Säkularisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestand. Das Gnadenbild sowie Teile der Ausstattung des Klosters kamen in die Keller Pfarrkirche. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Tönisstein von den Kölner Kurfürsten zu ihrem Lieblingsbadeort auserkoren und ausgebaut. Es erfolgte der Bau eines Schlosses und Kurfürst Clemens August ließ eine Kapelle in Form eines Rundbaus sowie das Brunnenhaus als siebenseitigen Pavillon errichten.

Stadtteil Miesenheim

Die Gemarkung Miesenheim gehört zweifellos zu den an archäologischen Fundstellen reichsten Gemeinden im Mittelrheingebiet.

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Seit dem 15. Jahrhundert übte das Patriziergeschlecht der Hausmann das Vogteirecht aus, es folgten die Familien von Klepping und von Solemacher.
Das Dorf war durch Wall und Graben geschützt. Entlang des Mühlbaches standen mehrere Mühlen und auch der Himmeroder Hof lag außerhalb der Umwehrung. Im Jahre 1777 wurde bis auf 2 Wohnhäuser, Kirche und Pfarrhaus das gesamte Dorf durch einen verheerenden Brand zerstört. Neben der Landwirtschaft siedelten sich frühe Industriebetriebe in der Gemarkung an. So erhielt das Kloster St. Thomas im Jahre 1727 die Erlaubnis, seine Mehlmühle an der Nette zu einer Anlage zur Eisenverarbeitung mit doppeltem Eisenhammer umzubauen.
Von 1742 bis 1841 betrieb die Familie Remy als Pächter und später als Eigentümer dieses sogenannte „Gut Nettehammer“. Im Jahre 1808 waren hier immerhin 114 Arbeiter beschäftigt, Holzarbeiter und Köhler eingeschlossen. 4 Hammerwerke erzeugten jährlich 3500 Zentner Stabeisen. 1846 erwarb die Familie Backhausen den Nettehammer und verlegte die ebenfalls aufgekaufte Drahtstiftenfirma Quirin und Dreher von Miesenheim zum Nettehammer. Wichtige Arbeitgeber im 20. Jahrhundert waren die Papiermühlen und nach dem 2. Weltkrieg die Bimssteinfabriken. Auch heute ist Miesenheim ein zwar kleiner, aber nicht unbedeutender Standort mit zukunftsweisenden Unternehmen.

Stadtteil Namedy

Bereits in römischer Zeit wurde in der Gemarkung Namedy Basaltlava abgebaut. So wurden am Fornicher Kopf die Brückenpfeiler für die Trierer Römerbrücke gebrochen. Erstmals erwähnt wird „Namedei“ um 1200. Der Name stammt vermutlich aus dem Keltischen und bedeutet „Hain, Wald mit Triften und Weiden“ oder auch „Heiliger Hain/Opferstätte“. Wie Miesenheim und Kell gehörte Namedy seit dem Frühmittelalter zum Fiskalbesitz Andernach. Die heutige Pfarrkirche entstammt ursprünglich aus einem im Jahr 1255 gebauten Zisterzienserinnen Kloster.
Anton Hausmann von Namedy und seine Frau Margeretha von Eltz bauten Mitte des 16. Jahrhunderts den Niederhof in Namedy zu einer Burgenanlage aus. Diese Burg Namedy ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts im Besitz der Familie von Hohenzollern. In den Jahrzehnten um 1800 war Namedy auch ein wichtiger Punkt der Flößerei auf dem Rhein. Hier wurden die rheinabwärts in die Niederlande treibenden Kleinflöße zu Großflößen zusammengestellt.
Zu Namedy gehört auch die rheinab gelegene Siedlung Fornich, wo sich seit dem Mittelalter ein Hospital für Reisende mit Kapelle befand. Bekannt ist Namedy auch heute noch für seinen Obstanbau („Malmedyer Äpfel“) und durch seinen Sprudel/Geysir.

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Im beginnenden 20. Jahrhundert wurden erstmalig aufsteigende Gasblasen im toten Rheinarm der Halbinsel „Namedyer Werth“ beobachtet. Bei einer ersten Bohrung um 1903/04 zur Erschließung des Kohlesäure/Wasservorkommens „sprang“ der Geysir das erste Mal ca. 40 m hoch. Neben der gewerblichen Nutzung des Kohlesäure-Vorkommens durch die Namedyer Sprudel GmbH wurde dieses einmalige Naturschauspiel schon 1912 auch touristisch erschlossen und vermarktet. Durch den ersten und zweiten Weltkrieg wurden an dem Geysir erhebliche Schäden verursacht. In der folgenden Zeit kam der Geysir im Jahre 1957 nach zusätzlichen technischen Problemen endgültig zum Erliegen.

Im Jahr 2001 fanden im Rahmen einer Umweltverträglichstudie erfolgreiche Probebohrungen auf dem zwischenzeitlich als Naturschutzgebiet erklärten Namedyer Werth statt. Nachdem die entspechenden Genehmigungen vorlagen wurde im Jahr 2006 mit dem "Ersten Geysir-Sommer" das Naturschauspiel für die Öffentlichkeit wieder angeboten. Zahlreiche Besucher erleben nun täglich die Funktionsweise des größten Kaltwasser-Geysirs der Welt.

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