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Stadtentwicklung Neubaugebiete

Foto: Christoph Maurer

Andernach. Nach 1988 stieg die Einwohnerzahl in Andernach -vor allem wegen der Wiedervereinigung und der Öffnung Osteuropas- bis zur Jahrtausendwende um rd. 3.000 Einwohner an und liegt seitdem stabil bei knapp 30.000 Einwohnern. Der dadurch in den 90iger Jahren entstandene große Wohnungsbedarf machte neue Wohngebiete erforderlich:

Am Hammerweg (ab 1990) entstanden im 1. Bauabschnitt vor allem Mehrfamilienhäuser, im 2. Bauabschnitt (ab 2004) dann überwiegend Einfamilienhäuser, wie auch im Baugebiet Am Kirchberg (Fraunhoferstraße, ab 1994) und Am Burgerbergweg (ab 2003) wo vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser errichtet wurden.

Mit dem Baugebiet Martinsberg II (Picassoring, ab 2002) wurde noch ein attraktives Wohngebiet in Zusammenarbeit mit einem privaten Projektentwickler erschlossen.

Nach Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans, der 2005 wirksam wurde, wurde ein weiteres Wohngebiet im Stadtteil Eich erschlossen (Nickenicher Straße, ab 2004, in Kombination mit Kleingewerbe). Im Stadtteil Kell werden im neuen Wohngebiet Pönterberg II (ab 2009, als Erweiterung des Gebiets Pönterberg I aus dem Jahr 2000) noch mehr als 20 Bauplätze zu sehr günstigen Preisen von der Stadt angeboten und im Stadtteil Miesenheim ist im Bebauungsplan Plaidter Straße aktuell  die Erschließung weiterer ca.30 Baugrundstücke für Wohnhäuser und teilweise auch für nicht wesentlich störende gewerbliche Nutzungen ( in Kooperation mit den privaten Grundstückseigentümern) vorgesehen.

Auch in der Andernacher Kernstadt sind noch einige weitere Wohnbauflächen sowohl für kostengünstige Eigentums-Reihenhäuser (am Schillerring, 2013- 2014 ) sowie aktuell als Erweiterung des bevorzugten Baugebiets Am Kirchberg (Einsteinhof, ab 2015) entstanden bzw. im Entstehen.  In Zukunft wird aber die Ausdehnung der Kernstadt am Stadtrand und in den Stadtteilen weniger Bedeutung haben, denn die planerische Zielsetzung richtet sich verstärkt auf die städtebauliche Innenentwicklung Andernachs als Wohnstandort wie auch für Handel und Gewerbe. Dabei verlagerte sich der Schwerpunkt von Ein- und Zweifamilienhäusern auf mehrgeschossige Wohnhäuser (vor allem auch in Form von Eigentumswohnungen). Ein großer Schritt in diese Richtung wurde bereits mit der Umwidmung des früheren Gewerbegeländes zwischen Krankenhaus und Scheidsgasse beschritten, wo seit 1999 im Rahmen der Neufassung des Bebauungsplans Stiftshospital und Umgebung im „Rheinpark“ mehrals 250 neue Wohnungen in direkter Innenstadtnähe entstanden sind und z.Z. noch weitere entstehen.

Ein auf Initiative eines privaten Projektentwicklers entstandener besonders hochwertiger Wohnstandort wurde am Runden Turm an der Kirchstraße geschaffen.Direkt daneben wird von der Stadt die Ansiedlung eines größeren Hotels der gehobenen Kategorie direkt an der Rheinfront angestrebt.  Auch im Bereich des Handels erfolgte eine verstärkte Konzentration auf den inneren Stadtbereich und  vor allem auf die Attraktivitätssteigerung der Andernacher Altstadt:

Wurde 1998 der Nachholbedarf an Einzelhandelsflächen gegenüber dem Umland noch an der Koblenzer Straße durch Umnutzung früherer Gewerbeflächen mit dem Bebauungsplan „Einkaufswelt in Andernach“ gedeckt, so wurde mit dem 2009 eröffneten Umbau des lange leerstehenden Kaufhauses Horten/Rupprecht zur attraktiven Stadthausgalerie ein wichtiger Markstein für die Belebung der Innenstadt als Einzelhandelsstandort gesetzt.

Außerdem wurden umfangreiche neue Gewerbe- und Industriegebiete mit unterschiedlicher Prägung erschlossen:

Im Gewerbegebiet an der B 9 (Lohmannstraße, ab 1991) konnte die Industrie- und Arbeitsplatzstruktur der Stadt durch Ansiedlung neuer Firmen ( insbesondere aus dem medizinisch-technischen Bereich ) auf weitere zukunftsträchtige Branchen verbreitert und der Wegfall der traditionellen Mälzereien und des holzverarbeitenden Gewerbes mehr als ausgeglichen werden. Weitere Schritte waren die Realisierung des Büroparks Rennweg (ab 1993), womit ein neuer Gebietstyp speziell für Büros, Dienstleistungen und Freizeiteinrichtungen geschaffen wurde, sowie die Erschließung des Industrieparks B 256 / B 9 (Am Weißen Haus, ab 2000) über eine erfolgreiche städtebauliche Entwicklungsmaßnahme.

Der aktuelle Schwerpunkt der Planungen konzentriert sich insbesondere auf den Altstadtbereich: Hier wurden bereits mit dem für das Stadtbild und die Wohnqualität sehr positiven Abbruch der über 40 m hohen Weissheimer-Malzsilos (2008) und dem im Dialog mit den Bürgern erarbeiteten Zielkonzept Innenstadt (2008) Vorbedingungen geschaffen, die es jetzt erlauben, den Bereich der westlichen Altstadt zwischen Marktplatz und Pfarrkirche Maria Himmelfahrt deutlich zu verbessern. Hier ist aktuell im Rahmen des Förderprogramms „Historische Stadtbereiche“ mit Zuschüssen aus Landes- und Bundesmitteln sowohl die Modernisierung und Verbesserung privater erhaltenswerter Gebäude als auch die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und der Gestaltung im öffentlichen Raum auf der Grundlage des hierzu erarbeiteten Entwicklungskonzepts mit dem Rahmenplan „Westliche Altstadt“ angelaufen. Der Kirchplatz und der Steinweg wurden bereits auf dieser Grundlage komplett neu gestaltet.

Das Gelände der früheren Mälzerei ist entlang der Hochstraße für eine Wohnhauszeile mit Stadthäusern vorgesehen und die bemerkenswerten hier freigelegten römischen Funde sollen ein Thema eines „Historischen Gartens“ werden, der zwischen der „Roten Schule“ an der Kirchstraße und dem „Malmedyer Probsteihof“ auf der Westseite der Schaarstraße geplant wird, während die Fläche zwischen der freigelegten historischen Stadtmauer und der Konrad-Adenauer-Allee als attraktiver Standort für ein größeres Hotel in Betracht gezogen wird.

Anstelle des nicht in das Bild der Altstadt passenden Parkplatzes am Runden Turm werden weitere Stadthäuser, Grünflächen und ggf. auch kulturelle Einrichtungen entstehen, die vor allem für die Mittelrheinhalle notwendigen Parkplätze werden in ein Parkhaus auf der anderen Seite der Kölner Straße ausgelagert.  Damit kann an die erfolgreiche Altstadtsanierung Andernachs angeknüpft werden, die bereits Anfang der 70iger Jahre mit den ersten vorbereitenden Untersuchungen begann und 2010 mit Abschluss und Abrechnung der Sanierungsverfahren für den östlichen Teil der Altstadt endete.

Auch weiterhin wird es das Ziel sein, die Stadt Andernach als attraktiven, familienfreundlichen Wohnstandort mit einer Vielfalt unterschiedlicher Angebote, als zukunftsorientierten und arbeitsplatzsicheren Gewerbestandort, als überschaubare, attraktive und zum Bummeln einladende Einkaufsstadt und nicht zuletzt auch als wichtiges touristisches Zentrum am Mittelrhein im Zusammenwirken zwischen Bürgern, Stadtrat und Verwaltung auf allen Ebenen weiter zu entwickeln.


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