Ausstellung zeigt das Mühlsteinrevier RheinEifel früher und heute

Die Ausstellung „Das Mühlsteinrevier RheinEifel - früher und heute“ ist im Historischen Rathaus eröffnet worden. Bürgermeister Claus Peitz konnte zahlreiche Gäste im Foyer des Rathauses begrüßen. Museumsleiter Dr. Kai Seebert berichtete anschließend über die Bedeutung der Mühlsteine für unsere Region.

Die eindrucksvolle Ausstellung stellt historische Aufnahmen der fünf Bestandteile des Mühlsteinreviers gegenüber. Dazu zählen das Mayener Grubenfeld, die Ettringer Lay, das Kottenheimer Winfeld, die Mendiger Lavakeller und der historische Andernacher Hafenbereich mit der alten Mühlstein-Transportroute.

In Andernach, dem alten Zentrum des Mühlsteinhandels, haben sich mit der Mayener Hohl sowie dem Altem Krahnen und der Villa Michels herausragende Zeugnisse dieser für die gesamte Region von römischer Zeit bis ins 20. Jahrhundert bedeutenden Industrie erhalten. Von hier aus wurde das begehrte Gut in alle Welt verschifft.

Die spannenden Vergleichsaufnahmen in der Ausstellung zeigen die Fülle erhaltener Sachzeugen des Basaltlavabetriebs – ein Kriterium, welches für die derzeitige Bewerbung des Mühlsteinreviers RheinEifel auf einen Platz auf der Liste des UNESCO-Welterbes sehr wichtig ist. Das „Mühlsteinrevier RheinEifel“ ist der einzige rheinland-pfälzische UNESCO-Kandidat, der 2021 den Sprung auf die Landes-Tentativliste gemeistert hat. Das Projekt bewirbt sich aktuell um einen Platz auf der UNESCO-Tentativliste der Bundesrepublik.

Die Ausstellung war zuletzt in Mayen bei der Verbandsgemeindeverwaltung Vordereifel zu sehen. In Andernach wurde sie um einige Elemente, die spezielle Aspekte des hiesigen Mühlsteinhandels betreffen, erweitert. Wichtig ist auch die Beteiligung und Identifizierung der Bürgerinnen und Bürger mit dem UNESCO-Projekt, auch dazu soll die Ausstellung dienen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 15. Februar im Foyer des Historischen Rathauses zu sehen. Der Eintritt ist frei

Hintergrund:

Bereits vor rund 7.000 Jahren begannen die Menschen in unserer Region damit, die vulkanische Basaltlava zur Herstellung von Reibsteinen zu nutzen. Später entstand zwischen Mayen, Ettringen, Kottenheim, Niedermendig und Andernach eine Industrielandschaft, die weltweit Ihresgleichen sucht. Hochwertige Mühlsteine aus den hiesigen Brüchen waren schon in der Römerzeit ein begehrtes Gut, das noch bis ins frühe 20. Jahrhundert weithin gehandelt wurde. Die technischen Entwicklungen beim Abbau und Transport der Basaltlava sind in den ober- und untertägigen Abbaustätten noch gut nachvollziehbar. Zentrum des Mühlsteinhandels war Andernach mit seiner verkehrsgünstigen Lage und seinem Rheinhafen, wo noch heute der Alte Krahnen und die Villa Michels von der einstigen Bedeutung dieses Wirtschaftszweigs imposante Zeugnisse ablegen.

Die eindrucksvolle Ausstellung stellt historische Aufnahmen aus dem Revier aktuellen Fotografien gegenüber. Der Vergleich zeigt, dass sich eine Fülle von Sachzeugen des Basaltlavabetriebs bis heute erhalten haben – ein Kriterium, welches für das Antragsverfahren von großer Relevanz ist.

Das Mühlsteinrevier RheinEifel bewirbt sich als serielles Kulturgut, das sich aus den fünf Bestandteilen – Grubenfeld Mayen, Lavakeller Mendig, Ettringer Lay, Kottenheimer Winfeld, Andernacher Hafen mit der historischen Mühlstein-Transportroute – zusammensetzt. Jeder Bestandteil repräsentiert hierbei einen speziellen Aspekt der Mühlsteinindustrie, der sich jeweils auch in der Ausstellung widerspiegelt.