Achim Hütten legt sein Amt nieder

Oberbürgermeister Achim Hütten legt sein Amt zum 1. April 2023 nieder. Das gab der dienstälteste Oberbürgermeister in Rheinland-Pfalz während der jüngsten Stadtratssitzung und jetzt während eines Pressegesprächs bekannt. Hütten wurde am 12. Juni 1994 mit 53,08 Prozent der Stimmen zum ersten SPD-Oberbürgermeister der Stadt Andernach gewählt, nachdem er zuvor von 1993 bis 1994 als Bürgermeister fungierte. 2002, 2009 und 2017 wurde er jeweils mit deutlichem Vorsprung bzw. deutlicher Stimmenmehrheit wiedergewählt.

Hütten nannte als Gründe für seine Rückzugsentscheidung, die seit etwa einem halben Jahr in ihm reifte, zunächst einmal die Familie. Fast 30 Jahre musste sie hinter dem Amt mit seinen unzähligen Terminen und Sitzungen zurückstehen. Seit wenigen Jahren ist Hütten auch Großvater einer Enkelin. „Meine Enkelin hat zu mir gesagt: Opa – jetzt lass‘ das mal andere machen“, erzählt der OB. Außerdem seien fast 30 Jahre nun genug. „Demokratie lebt auch vom Wandel. Die Zeit dafür ist jetzt reif“, so Hütten der im Übrigen Gerüchte über gesundheitliche Probleme ins Reich der Märchen verweist. „Ich bin topfit“, stellt er klar.

Zu den größten Erfolgen seiner Amtszeit zählt Hütten unter anderem den Abriss der Weissheimer-Türme und die daraus resultierende Entwicklung des Geländes, die Reaktivierung des Kaltwassergeysirs mit jährlich mehr als 120.000 Besuchern und das Projekt Essbare Stadt, das über die Grenzen von Deutschland und dem benachbarten Ausland hinaus für Aufsehen sorgt. „Ich habe noch so viele Ideen – das reicht für 100 Jahre. Aber 165 Jahre werde ich nicht alt. Und deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt aufzuhören“, sagt Hütten der betont, dass die Stadt vor großen Herausforderungen steht. Ob Energieversorgung, Wohnraumschaffung, Klimawandel, Mobilität: „Es gibt viel zu tun“, weiß der OB.