Umweltschutz: Nettewiese muss gesperrt werden

Die als „Ökokonto“ der Stadt Andernach genutzte Wiese südlich des Gutes zur Nette muss zum Schutz von Natur und Umwelt gesperrt werden. Entsprechende Sperrzäune und Hinweisschilder stellt die Stadt Andernach in Kürze auf. Dann darf dieses Areal nicht mehr betreten werden, damit die ökologisch wertvollen Bereiche geschützt sind, auf denen die Stadt auch blütenreiche Kräutermischungen ausgesät hat. Diese Bereiche sollen sich als nektarreicher Lebensraum für Insekten wie Schmetterlingen, Bienen und Hummeln entwickeln können. Damit will die Stadt auch dem Rückgang der Insektenpopulation entgegenwirken. Außerdem schützt die Sperrung auch die Teilflächen der Wiese vor Verunreinigungen, die der Futtergewinnung dienen.

Alle Appelle der Stadt an Spaziergänger, insbesondere mit Hund, die Wiesenfläche grundsätzlich nur auf den bereits vorhandenen Trampelpfaden zu betreten, den Kot der Hunde einzusammeln und zu Hause zu entsorgen, haben nicht gefruchtet. Die Pächterin der Fläche stellte starke Verunreinigungen durch Hundekot, aber auch durch Müll fest. Das Heu der extensiv genutzten Wiese soll aber als wertvolles Futter für Tiere genutzt werden. Keime aus dem Hundekot im Heu und Müll stellen eine Gefahr für Pferde, Rinder oder Schafe dar. Wenn das Heu nicht genutzt werden kann, wird die Fläche nicht mehr zu verpachten sein.  Nicht nur der Pachtausfall belastet die städtischen Finanzen, die Stadt müsste außerdem ein Fachunternehmen engagieren, das die Fläche mehrmals im Jahr mulcht. Dieses Mulchen läuft aber dem ökologischen Ansatz auf dieser Wiese entgegen. Darüber hinaus werden auch die oben beschriebenen ökologisch wertvollen Bereiche, die als Blühstreifen rund um die Fläche angelegt worden sind, als Pfad genutzt, so dass die eingesäten Blütenmischungen keine Chance zur Entwicklung hatten. Mittlerweile ist das Gras auf dem für Spaziergänger vorgesehenen Bereich so hoch, dass er nicht mehr passiert werden kann. Das Mähen dieser Bereiche ist aber bis Mitte Juni nicht erlaubt.

So sieht die Stadt keine andere Möglichkeit, als die Wiese zu sperren, damit sich die Natur auf dieser als „Ökokonto“ ausgewiesenen Fläche erholen und entwickeln kann. Das Ordnungsamt wird den Bereich nun verstärkt kontrollieren.

Im Bereich der Nette gibt es auf beiden Seiten ausgewiesene Wander- und Fahrradwege - also genügend Ausweichmöglichkeiten für Spaziergänger und Hundehalter. Auf der Weißenthurmer Seite der Nette liegt ein ausgewiesener Wanderweg, auf der Andernacher Seite führt der Wander- und Radweg auf städtischer Parzelle an der bald gesperrten Wiese entlang in Richtung Miesenheim.

Oberbürgermeister Achim Hütten appelliert an alle Wanderer, Spaziergänger und Hundebesitzer: „Bitte habt Verständnis, dass wir diesen wertvollen Bereich schützen müssen. Natur- und damit einhergehend Klimaschutz sind die großen Aufgaben unserer Zeit. Nutzt bitte die Alternativrouten.“