Mehr Bäume für Andernacher Stadtgebiet

Andernach. Für ein gutes Stadtklima sind Bäume unersetzlich. Doch vor allem die sehr trockenen Sommer der vergangenen Jahre haben den Bäumen auch in Andernach stark zugesetzt. Deshalb sind die Gehölze, deren Pflege, Schutz und die Nachpflanzung gerade jetzt besonders im Fokus der Stadtverwaltung.

So werden in diesem Jahr 90 Laubbäume im Stadtgebiet gepflanzt. In einigen Fällen handelt es sich um Nachpflanzungen von Bäumen, die abgestorben waren oder die bei den regelmäßigen Kontrollen als nicht mehr verkehrssicher eingestuft werden mussten. Durch Fäulnis oder Risse war die Bruch- und Standsicherheit bei diesen Exemplaren nicht mehr gegeben. Die Stadt strebt an, stets mehr Bäume zu pflanzen als im jeweiligen Jahr gefällt werden mussten, um den Verlust sinnvoll auszugleichen und für zusätzliches Grün im Stadtgebiet zu sorgen.

Seit 2018 mussten insgesamt etwa 70 Bäume auf stadteigenen Flächen entfernt werden. Den Gehölzen im städtischen Raum setzt auch die Trockenheit der vergangenen drei Sommer teilweise schwer zu. Die durch Wassermangel gestressten und geschwächten Bäume können Parasiten und Infektionen immer weniger entgegensetzen. In den vergangenen Jahren erwiesen sich die Massariakrankheit, die Rußrindenkrankheit sowie der Brandkrustenpilz als besonders problematisch. Dabei befällt die Massariakrankheit insbesondere Platanen. Von der Rußrindenkrankheit und Brandkrustenpilz sind diverse Laubbäume wie Buchen, Ahorn und Linden betroffen. Der Auswahl geeigneter Baumarten, die das innerstädtische Klima und Faktoren wie Streusalzeintrag vertragen, wird daher immer mehr Bedeutung zukommen.

Da verschiedene Voraussetzungen für eine erfolgreiche Pflanzung und Anwuchs des Baumes stimmen müssen, gelingt es nicht immer, einen neuen Baum exakt an der gleichen Stelle zu pflanzen, an der ein anderer gefällt werden musste. Insbesondere in der Kernstadt oder den dichter bebauten Zentren der Ortsteile reicht die Gebäude- und Infrastrukturbebauung der vergangenen Jahrzehnte nah an die Gehölze heran. Für einen jungen Baum würde hier der Platz zur Entfaltung fehlen. Ein Beispiel dafür ist die Rosskastanie, die im vergangenen Herbst am unteren Parkplatz „Runder Turm“ wegen fehlender Standsicherheit gefällt werden musste. Eine Nachpflanzung an diesem Platz ist wegen der unmittelbar angrenzenden Bebauung und Pflasterversiegelung nicht sinnvoll. Deshalb wurden an einer geeigneteren Stelle des Stadtgebiets zwei neue Rosskastanien gepflanzt. Trotzdem bleibt es das Ziel, soweit es geht Bäume im innerstädtischen Raum zu etablieren.

Damit neu gepflanzte Bäume gut gedeihen, ist ein hoher Pflegeaufwand nötig. So wurden die jüngst gepflanzten Bäume nach dem Pflanzen ausreichend gewässert, da der Boden ab einer Tiefe von etwa 30 Zentimetern nach wie vor staubtrocken ist. Außerdem müssen die Jungpflanzen wenigstens in den kommenden zwei bis drei Jahren mehrfach in der warmen Jahreszeit gewässert werden. Die seit einiger Zeit genutzten Wassersäcke haben sich hier bewährt. Sie sorgen mit für eine effektive Bewässerung. Die Säcke werden um den Stammfuß gelegt und mit einem Reißverschluss geschlossen. Diese Säcke werden regelmäßig mit bis zu 100 Litern Wasser gefüllt, das über Tage hinweg langsam abgegeben wird und die Wurzeln so optimal über einen längeren Zeitraum benetzt. Außerdem erhalten die Stämme der Setzlinge einen Anstrich mit einer speziellen weißen Farbe. Dies hilft Rissbildungen und Verletzungen durch zu starke Sonneneinstrahlungen auf die noch junge Rinde zu verhindern. Da die beschriebene Pflege einen hohen personellen wie finanziellen Einsatz erfordert, ist die Stadtverwaltung dankbar für jede Unterstützung. Dabei geht es nicht nur um Spenden, sondern auch um aktive Mithilfe wie das Wässern von Pflanzen vor der eigenen Haustür.

Weitere Infos erteilt Johannes Mader, Sachgebietsleiter Nachhaltigkeit und Umwelt, Telefon 02632/922-180, E-Mail johannes.mader@andernach.de