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Herzlich Willkommen in der Essbaren Stadt

Die Essbare Stadt Andernach ist in ihrer Art einzigartig. Quer durch das gesamte Stadtgebiet können sich Besucherinnen und Besucher, Bürgerinnen und Bürger zunächst an den blühenden Nutzpflanzen erfreuen, die sie dann später, wenn alles reif ist, auch ernten dürfen. Überall in der Bäckerjungenstadt stößt man auf das Thema Essbare Stadt. Klicken Sie sich doch einfach durch die Galerie. Oder noch besser: Kommen Sie in Andernach vorbei und überzeugen Sie sich selbst, was öffentliche Grünflächen alles können...

Alle Infos zur Essbaren Stadt...

...gibt es >>hier

...und in leicht verständlicher Sprache>>hier

 

Führungen durch die Essbare Stadt

Foto: Christoph Maurer

Andernach bietet spezielle Führungen durch die Essbare Stadt an. Hier können die Teilneherinnen und Teilnehmer aus erster Hand erfahren, wie alles begann, wie sich dieses Projekt entwickelt hat, wie es in Zukunft weitergeht und was hinter dem Erfolg steckt. Natürlich haben die Guides auch den ein oder anderen Tipp für den heimischen Garten parat. Weitere Infos gibt es mit einem Klick...>>hier

 

Hühner und Schafe leben in der Essbaren Stadt

Foto: Stadtverwaltung/Maurer

Andernach. Nicht nur Pflanzen, sondern auch Tieren bietet die Essbare Stadt eine Heimat. Im Graben des Schlossgartens sorgen Hühner für noch mehr Leben.

Mitarbeiter der Perspektive gGmbH haben für das Federvieh extra ein geräumiges Haus gebaut. Hierin verbringen die Tiere gut geschützt die Nacht. Und hier hinein legen sie auch ihre Eier, die mittels einer in den Boden des Hauses eingebauten Schublade einfach und ohne die Tiere zu stören eingesammelt werden können. Tagsüber können die Hühner sich auf dem weitläufigen Gelände des Graben frei bewegen. Am Abend werden sie dann in ihr neues Domizil gelassen. Am nächsten Morgen öffnet ein Mitarbeiter den Tieren die Tür ins Freigelände. „Mit den Hühnern erhöhen wir die Attraktivität und die Lebendigkeit der Essbaren Stadt“, sagt Oberbürgermeister Achim Hütten. Diese Hühner sind aber nicht das Ende der Fahnenstange. In den Rheinanlagen weiden auch Schafe.

Foto: Christoph Maurer

Die Stadt bittet die Bürgerinnen und Bürger nachdrücklich, die Hühner und auch die Schafe nicht zu füttern. Nicht nur, dass die Gesundheit der Tiere gefährdet werden könnte - unkontrollierte Fütterungen ziehen natürlich Ratten an. Deshalb wird der Graben täglich auf Futterreste abgesucht, die die Mitarbeiter sofort entfernen.  

Während die Hühner das neue Element in der „Essbaren Stadt“ sind, läuft das Projekt ungebremst weiter. Auch in diesem Jahr können sich die Bürgerinnen und Bürger auf etwa 100 Obst- und Gemüsesorten freuen, die vor allem im Bereich des Schlossgartens, auf dem Spielplatz am Mariendom und am Helmwartsturm heranwachsen. Eine größere Spende an Obstbäumen und -sträuchern bereichern ebenfalls die „Essbare Stadt“: Himbeere, Johhanisbeere, Kiwi, Gajibeeren und Stachelbeeren. Außerdem finden die Bürgerinnen und Bürger Pfirsich, Mandel, Äpfel, Birnen, Kräuter, Bohnen, Zuchchini, Salate, Kürbis, Kartoffeln, Mangold und vieles mehr in ihrer Stadt.

 

Essbare Stadt ist in aller Munde

Die Essbare Stadt. Foto: Stadtverwaltung/Maurer

Andernach. Das deutschlandweit einzigartige Projekt die Essbare Stadt ist in aller Munde. „Wir freuen uns über ein gigantisches Medienecho“, berichtet Oberbürgermeister Achim Hütten. Ob Tagesthemen in der ARD, ZDF, SWR, Süddeutsche-Zeitung, überregionale Magazine und natürlich die heimische Presse: Alle zeigen sie ein riesiges Interesse an dem Andernacher Projekt. „Zudem gehen täglich Anfragen aus anderen Städten wie Frankfurt, Eutin und Münster ein, die sich für unser Projekt sehr interessieren“, sagt Hauptamtsleiterin Barbara Vogt. Anrufe von Bürgern und Gästen, die von der „Essbaren Stadt“ begeistert sind, bestätigen, dass der eingeschlagene Weg absolut richtig ist.

Auch die zweite Teilnahme am Wettbewerb „Entente Florale – unsere Stadt blüht auf“, bei dem Andernach im Jahr 2010 die Goldmedaille gewonnen hatte, war die richtige Entscheidung, betonen Hütten und Vogt. Denn auch diesmal gab es erneut die Goldmedaille. „Der Imagegewinn für Andernach durch das riesige Medienecho ist so enorm, dass sich jeder Cent, den wir in unser Projekt gesteckt haben, jetzt schon gelohnt hat“, betont Hütten. Ein weiterer Erfolg war die Teilnahme an der Grünen Woche in Berlin. Hier präsentierte sich Andernach mit seinem Projekt über eine Woche lang in der repräsentativen Blumenhalle.

Zum Hintergrund:

Die Stadt Andernach möchte ihre Grünflächen langfristig als grüne und nachhaltige Stadt lebendig und vielgestaltig entwickeln. Hierbei stehen vor allem Aspekte der Nachhaltigkeit, der Biodiversität und der urbanen Landwirtschaft im Mittelpunkt. Neben der attraktiven Gestaltung der Grünflächen der Stadt sollen diese gleichzeitig im Sinne einer Multifunktionalität ökologische, ökonomische und auch ästhetische Funktionen gleichermaßen unterstützen. Erklärtes Ziel der Umgestaltungen ist es, zukünftig die städtischen Grünflächen der Stadt wieder erlebbarer zu machen. Hierbei soll das städtische Grün nicht nur für die Augen, sondern auch durch Duft und Geschmack erlebbar gestaltet werden. 

Die Konzepte und Aktionen hatten in den vergangenen drei Jahren einen großen Wiederklang in Presse, Fernsehen und Rundfunk gefunden. In einer Vielzahl von Führungen und Seminaren konnte die Konzeption der „Essbaren Stadt Andernach“ erläutert und ausgebaut werden. Mit dem nachhaltigen Konzept der Grünraumplanung nahm Andernach wieder an dem Wettbewerb ‚Entente Florale’ teil. Jetzt war eine Kommission von Entente Florale in Andernach zu Gast und nahm die grünen Projekte in der Bäckerjungenstadt unter die Lupe. Das Ergebnis: Wieder gab es die Goldmedaille. 

Besonders ist hervorzuheben, dass in diesem Wettbewerb Entente Florale ausschließlich Projekte vorgestellt werden, welche langfristig und nachhaltig das Lebensgefühl in der Stadt verbessern. Hierzu zählt vor allem: 

  1. Nachdem 2010 die Anpflanzung von 101 Tomatensorten auf die Biodiversität im Bereich der Nutzpflanzen hingewiesen hatte, konnte dies 2011 mit Pflanzung von Bohnen fortgesetzt werden. 2012 stand die Zwiebel im Mittelpunkt. Hierfür wurden sowohl Beete mit Nutzpflanzen angelegt. In den folgenden Jahren kamen verschiedene Obstbäume, Salate, Zucchini, Beeren, Kräuter - und sogar Hühner und Schafe mitten in der Stadt dazu. Seit 2016 bevölkern auch Bienen die Bäckerjungenstadt.
  2. Mit der Umgestaltung der kostenaufwändigen Wechselbeete in nachhaltige Staudenbeete wird die ökologische und ökonomische Umgestaltung der Grünanlagen fortgesetzt. Während in den Rheinanlagen kleinflächige Wechselbeete erhalten bleiben, werden Wechselbeete in der Stadt und Stadtteilen in abwechslungsreiche, vielgestaltige und ästhetisch anspruchsvolle Flächenpflanzungen umgewandelt. Hierbei stehen vor allem die beiden Kreisel „Am Wasserturm“ und „Johannesplatz“ im Mittelpunkt.
  3. Das Konzept der „Essbaren Stadt“ wird weiter umgesetzt. Im Bereich des Stadtgrabens wurde eine Vielzahl essbarer und ästhetisch ansprechender Gehölze gepflanzt. Dies reicht von Mandeln, Pfirsich bis zu Mispeln und Birnenspalieren. Dabei gilt es, auch in der Stadt als „Lebens-„mittelpunkt wieder „Lebens“-mittel erlebbar zu machen. Zudem ist es Ziel, städtische Flächen multifunktional zu gestalten, so dass auch ein Nutzaspekt anvisiert wird. Auch soll die städtische Bevölkerung hierdurch mehr für das öffentliche Grün sensibilisiert werden und gegebenenfalls auch in die Nutzung und Pflege eingebunden werden.
  4. Im Bereich der Grundschulen sind Schulgärten entstanden. Zudem ist in Miesenheim ein naturnaher Erlebnisspielplatz entstanden. Zusammen mit dem fahrbaren Schulgarten sind diese Projekte von entscheidender Bedeutung, um die Ideen der Nachhaltigkeit zu vermitteln.Und auch für das Jahr 2017 laufen die Planungen schon wieder auf Hochtiuren.