Die "Essbare Stadt" Andernach

Pflücken erlaubt statt Betreten verboten!

Die Stadt Andernach möchte ihre Grünflächen langfristig als grüne und nachhaltige Stadt lebendig und vielgestaltig entwickeln. Hierbei stehen vor allem Aspekte der Nachhaltigkeit, der Biodiversität und der urbanen Landwirtschaft im Mittelpunkt. Neben der attraktiven Gestaltung der Grünflächen der Stadt sollen diese gleichzeitig im Sinne einer Multifunktionalität ökologische, ökonomische und auch ästhetische Funktionen gleichermaßen unterstützen. Erklärtes Ziel der Umgestaltungen ist es, zukünftig die städtischen Grünflächen der Stadt wieder erlebbarer zu machen. Hierbei soll das städtische Grün nicht nur für die Augen, sondern auch durch Duft und Geschmack erlebbar gestaltet werden. 

Die Konzepte und Aktionen hatten in den vergangenen Jahren bis heute einen großen Wiederklang in Presse, Fernsehen und Rundfunk gefunden. In einer Vielzahl von Führungen und Seminaren konnte die Konzeption der „Essbaren Stadt Andernach“ erläutert und ausgebaut werden. Mit dem nachhaltigen Konzept der Grünraumplanung nahm Andernach wieder an dem Wettbewerb ‚Entente Florale’ teil. Das Ergebnis: Wieder gab es die Goldmedaille. 

Besonders ist hervorzuheben, dass in diesem Wettbewerb Entente Florale ausschließlich Projekte vorgestellt werden, welche langfristig und nachhaltig das Lebensgefühl in der Stadt verbessern. Hierzu zählt vor allem: 

  1. Nachdem 2010 die Anpflanzung von 101 Tomatensorten auf die Biodiversität im Bereich der Nutzpflanzen hingewiesen hatte, konnte dies 2011 mit Pflanzung von Bohnen fortgesetzt werden. 2012 stand die Zwiebel im Mittelpunkt. Hierfür wurden sowohl Beete mit Nutzpflanzen angelegt. In den folgenden Jahren kamen verschiedene Obstbäume, Salate, Zucchini, Beeren, Kräuter - und sogar Hühner und Schafe mitten in der Stadt dazu. Auch Bienen bevölkern die Bäckerjungenstadt.
  2. Mit der Umgestaltung der kostenaufwändigen Wechselbeete in nachhaltige Staudenbeete wird die ökologische und ökonomische Umgestaltung der Grünanlagen fortgesetzt. Während in den Rheinanlagen kleinflächige Wechselbeete erhalten bleiben, werden Wechselbeete in der Stadt und Stadtteilen in abwechslungsreiche, vielgestaltige und ästhetisch anspruchsvolle Flächenpflanzungen umgewandelt. Hierbei stehen vor allem die beiden Kreisel „Am Wasserturm“ und „Johannesplatz“ im Mittelpunkt.
  3. Das Konzept der „Essbaren Stadt“ wird weiter umgesetzt. Im Bereich des Stadtgrabens wurde eine Vielzahl essbarer und ästhetisch ansprechender Gehölze gepflanzt. Dies reicht von Mandeln, Pfirsich bis zu Mispeln und Birnenspalieren. Dabei gilt es, auch in der Stadt als „Lebens-„mittelpunkt wieder „Lebens“-mittel erlebbar zu machen. Zudem ist es Ziel, städtische Flächen multifunktional zu gestalten, so dass auch ein Nutzaspekt anvisiert wird. Auch soll die städtische Bevölkerung hierdurch mehr für das öffentliche Grün sensibilisiert werden und gegebenenfalls auch in die Nutzung und Pflege eingebunden werden.
  4. Im Bereich der Grundschulen sind Schulgärten entstanden. Zudem ist in Miesenheim ein naturnaher Erlebnisspielplatz entstanden. Zusammen mit dem fahrbaren Schulgarten sind diese Projekte von entscheidender Bedeutung, um die Ideen der Nachhaltigkeit zu vermitteln.